Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen B.)

jojo54
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon jojo54 » Sa 13. Feb 2016, 18:59

TroubadixRhenus hat geschrieben:Hallo Guido,

wäre fein, wenn Du da noch Bilder hättest!

Weist Du noch zu welchem Anlass und wann genau diese Fahrt(en) statt fanden? Ich meine, dass an dem Tag sogar mehrere Touren nach Ochtendung gefahren wurden - jeweils von Koblenz Hbf aus. Mit 628.4er wurde übrigens auch mal eine denkwürdige Sonderfahrt quer durch den Westerwald gefahren. Das war sogar eine Doppeleinheit, und der EfW war meines Wissens nach der Veranstalter - damals wohl noch ein reiner Verein. Da bin ich mir jedenfalls sehr sicher, dass dies im Frühjahr 1993 war. Die Tour müsste auch von Koblenz Hbf ausgegangen sein, dann die Brex hoch nach Siershahn, weiter Altenkirchen - Hachenburg - Westerburg - Rennerod - Staffel - Montabaur - Wallmerod - Siershahn und dann die Brex wieder runter nach KKO.

War eine sehr denkwürdige und spannende Fahrt - trotz modernem Fahrzeug eigentlich die schönste Sonderfahrt, die ich jeh gemacht habe, über teils heute längst verkehrslose Strecken. Vielleicht war ja doch auch Ochtendung dabei? Bin mir nicht sicher.


Kerben wurde damals im Rahmen einer Rundtour über Steilstrecken ab Koblenz angefahren. Zunächst ging es morgens nach Grenzau und Höhr-Grenzhausen, dann nach Kahlenborn, schließlich nach Kerben und zum Schluß nach Emmelshausen.

Das Schild stammt(e) von Hans-Joachim Jakubowski.

Die andere Tour in den WW wurde mit neuen 628.4 gefahren. Veranstalter waren damals die EfW (P. Jost).

MfG
jojo54

OliBoe
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon OliBoe » Sa 13. Feb 2016, 20:34

TroubadixRhenus hat geschrieben:Hallo Guido,

wäre fein, wenn Du da noch Bilder hättest!

Weist Du noch zu welchem Anlass und wann genau diese Fahrt(en) statt fanden? Ich meine, dass an dem Tag sogar mehrere Touren nach Ochtendung gefahren wurden - jeweils von Koblenz Hbf aus. Mit 628.4er wurde übrigens auch mal eine denkwürdige Sonderfahrt quer durch den Westerwald gefahren. Das war sogar eine Doppeleinheit, und der EfW war meines Wissens nach der Veranstalter - damals wohl noch ein reiner Verein. Da bin ich mir jedenfalls sehr sicher, dass dies im Frühjahr 1993 war. Die Tour müsste auch von Koblenz Hbf ausgegangen sein, dann die Brex hoch nach Siershahn, weiter Altenkirchen - Hachenburg - Westerburg - Rennerod - Staffel - Montabaur - Wallmerod - Siershahn und dann die Brex wieder runter nach KKO.

War eine sehr denkwürdige und spannende Fahrt - trotz modernem Fahrzeug eigentlich die schönste Sonderfahrt, die ich jeh gemacht habe, über teils heute längst verkehrslose Strecken. Vielleicht war ja doch auch Ochtendung dabei? Bin mir nicht sicher.


Hi,

ich finde im Moment die Bilder nicht in grösser - ich hatte 1996 mit einer Einwegkamera drei schlechte Bilder gemacht, von denen ich nur noch zwei gefunden habe...
Unten ausserdem noch ein passender Artikel aus der damaligen Rhein-Zeitung aus dem Oktober 1996.

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Verkehrsexperten befassen sich mit der Wiederbelebung der Schienenstrecke zwischen Ochtendung und Koblenz
Zug zurück zum Zug
Landkreis gab bereits Gutachten in Auftrag


MAIFELD/KREISGEBIET. RED. Beim Bahnhofsfest des Hauptbahnhofs Koblenz gab es bereits einen Vorgeschmack: Im Mai diesen Jahres hatte der Landkreis Mayen-Koblenz auf der seit 1983 für Personenbeförderungen stillgelegten Strecke Sonderzüge organisiert. Die verkehrten dann im Zwei-Stunden-Rhythmus zwischen Ochtendung und Koblenz. Das Angebot wurde von rund 1500 Fahrgästen genutzt.

Ermutigt von dieser positiven Resonanz hat jetzt der Kreis eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben. Die soll herausfinden, unter welchen Voraussetzungen die Personenbeförderung auf der Schienenstrecke wieder aufgenommen werden kann. Außerdem soll die Untersuchung Aufschluß darüber geben, welches Fahrgastpotential erschlossen werden kann und welchen möglichen Umfang die Güterbeförderung haben könnte.

Die eingleisige Strecke zwischen Ochtendung und Koblenz ist 21 Kilometer lang. Sie führt von Ochtendung über Bassenheim und den Koblenzer Haltestationen Rübenach und Metternich zum Hauptbahnhof Koblenz. Von der Schienenstrecke liegen sieben Kilometer im Landkreis und 14 im Gebiet der Stadt Koblenz.

Hans-Dieter Gassen, Erster Kreisbeigeordneter und zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr, sieht die Reaktivierung der Strecke optimistisch: "Der attraktive Rheinland-Pfalz-Takt der Deutschen Bahn AG, der Übergangstarif des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel und der Einsatz kostengünstiger Fahrzeuge sprechen für eine mögliche Wiederbelebung der Strecke".

Quelle: Rhein-Zeitung vom 15.10.1996


Und zur Sonderfahrt von 1988 habe ich noch einen Zeitungsartikel gefunden - ich wollte eigentlich schon lange alles auf der KBS603 Webseite einpflegen... :-(

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(c) Rhein-Zeitung vom Montag, den 19. September 1988

Und ein paar Bilder und Information zum ALLERLETZTEN Personenzug 1999 gibt es hier: http://kbs603.de/sonderfahrten/08-05-1999/

Lieber Guido, ich würde mich sehr freuen, wenn Du noch Deine Bilder der Sonderfahrt von 1996 scannen und einstellen würdest. Vielleicht wäre das der Anlass, endlich mal wieder meine Seite anzupacken...

lg,
Oliver

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Mayen West
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Mayen West » So 14. Feb 2016, 13:56

OliBoe hat geschrieben:
Verkehrsexperten befassen sich mit der Wiederbelebung der Schienenstrecke zwischen Ochtendung und Koblenz
Zug zurück zum Zug
Landkreis gab bereits Gutachten in Auftrag




Wenn man das heute liest,"VERKEHRSEXPERTEN" befassen sich mit der"WIEDERBELEBUNG".....

Aus heutiger Sicht verkommen zur vollkommenen Lachnummer. Traurig aber wahr!!!

Die Autofahrer-Lobby und vor allem die DrahtESEL-Lobby wird auch diesmal die zaghaften Versuche einer Reaktivierung wieder versuchen, im Ganzen, im Keim zu ersticken!!!
Da wird auch die Koblenzer Entscheidung, keinen Radweg bauen zu wollen, wenig ändern!

Es wird dabei bleiben, Tot ist Tot und die Steigerung ist Mausetot.

Schöne Grüße,
Mayen West

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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon TroubadixRhenus » So 14. Feb 2016, 14:13

1996 war das erst. Aber dass es herbstlich war, habe ich noch in Erinnerung. Oktober passt also.

In Erinnerung habe ich aber auch, dass die Tour alles Andere als "Werbung" für die Strecke war. Der VT quälte sich zumindest abschnittsweise im Schritttempo durch die Botanik. Ist ja auch nix draus geworden.

Jörg Seyffert
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Jörg Seyffert » So 14. Feb 2016, 14:50

Hallo zusammen,

an die Organisation dieser spezielle Fahrt nach Kerben 1988 kann ich mich noch bestens erinnern! Es war mein erster selbst organisierter Sonderzug im Freundeskreis des Arbeitskreis Eifelbahnen (AKE) zusammen mit Christoph W., Hans-Joachim J. und Gerhard H. und der Auftakt jahrelangen Wirkens und zahlreicher (manchmal auch spektakulärer) Sonderveranstaltungen. Dieser Sonderzug führte - wie fast alle Fahrten danach bis zum heutigen Tage - kurz vor Fahrtbeginn zu Problemen. Der Regionalbereich Koblenz untersagte kurz vorher die bereits genehmigte Bereisung des Abschnittes von Ochtendung nach Kerben. Davon ließ ich mich aber nicht abschrecken und es hieß "jetzt erst Recht"! Erst der persönliche Kontakt mit dem damaligen Präsidenten Beck der BD Köln führt zum Einlenken und der bereits gesperrte Streckenabschnitt wurde nochmal speziell für diese Fahrt geöffnet, einschließlich stellenweisem Freischnitt und Reinigung der Spurrillen. Heutzutage undenkbar! Heute müssten EBA, Bundesnetzagentur, Verkehrsministerium und EU-Kommission konsultiert werden und niemand hätte am Ende das nötige Rückgrat, so etwas zu genehmigen. Damals gab es einem Präsidenten und der entschied. Punkt. Dieser Sonderzug war definitiv der letzte offizielle Zug auf dieser Strecke. Gefahren wurde an diesem Tag bis zum Schwellenkreuz am Streckenende Richtung Polch. Danach rollte nur noch der Abbauzug mit V100 des Bw Koblenz-Mosel bzw Gießen. Die Bilder hierzu müsste ich mal raussuchen, der Rückbau ging damals ziemlich zügig und nach "guter" Bundesbahn-Manier mit Kran und "richtigem" Zug, Abtransport der Gleisjoche selbstverständlich per Bahn. Heutzutage werden hierfür ja nur noch 2-Wege-Bagger eingesetzt, bis zum nächsten Umschlagplatz, der irgendwie per LKW erreichbar ist.

Liebe Grüße,
Jörg Seyffert

OliBoe
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon OliBoe » So 14. Feb 2016, 14:58

Jörg Seyffert hat geschrieben:Hallo zusammen,

an die Organisation dieser spezielle Fahrt nach Kerben 1988 kann ich mich noch bestens erinnern! Es war mein erster selbst organisierter Sonderzug im Freundeskreis des Arbeitskreis Eifelbahnen (AKE) zusammen mit Christoph W., Hans-Joachim J. und Gerhard H. und der Auftakt jahrelangen Wirkens und zahlreicher (manchmal auch spektakulärer) Sonderveranstaltungen. Dieser Sonderzug führte - wie fast alle Fahrten danach bis zum heutigen Tage - kurz vor Fahrtbeginn zu Problemen. Der Regionalbereich Koblenz untersagte kurz vorher die bereits genehmigte Bereisung des Abschnittes von Ochtendung nach Kerben. Davon ließ ich mich aber nicht abschrecken und es hieß "jetzt erst Recht"! Erst der persönliche Kontakt mit dem damaligen Präsidenten Beck der BD Köln führt zum Einlenken und der bereits gesperrte Streckenabschnitt wurde nochmal speziell für diese Fahrt geöffnet, einschließlich stellenweisem Freischnitt und Reinigung der Spurrillen. Heutzutage undenkbar! Heute müssten EBA, Bundesnetzagentur, Verkehrsministerium und EU-Kommission konsultiert werden und niemand hätte am Ende das nötige Rückgrat, so etwas zu genehmigen. Damals gab es einem Präsidenten und der entschied. Punkt. Dieser Sonderzug war definitiv der letzte offizielle Zug auf dieser Strecke. Gefahren wurde an diesem Tag bis zum Schwellenkreuz am Streckenende Richtung Polch. Danach rollte nur noch der Abbauzug mit V100 des Bw Koblenz-Mosel bzw Gießen. Die Bilder hierzu müsste ich mal raussuchen, der Rückbau ging damals ziemlich zügig und nach "guter" Bundesbahn-Manier mit Kran und "richtigem" Zug, Abtransport der Gleisjoche selbstverständlich per Bahn. Heutzutage werden hierfür ja nur noch 2-Wege-Bagger eingesetzt, bis zum nächsten Umschlagplatz, der irgendwie per LKW erreichbar ist.

Liebe Grüße,
Jörg Seyffert


Dank für diese Details, Jörg!
Es ist immer wieder spannend, diese Geschichten rund um Sonderfahrten etc. zu hören.

Und auch wenn es sehr weh tun wird...
Die Bilder des Streckenabbaus würde ich sehr gerne sehen wollen...
lg,
Oliver

Knipser1
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Knipser1 » So 14. Feb 2016, 15:20

Jörg Seyffert hat geschrieben:Hallo zusammen,

an die Organisation dieser spezielle Fahrt nach Kerben 1988 kann ich mich noch bestens erinnern! Es war mein erster selbst organisierter Sonderzug im Freundeskreis des Arbeitskreis Eifelbahnen (AKE) zusammen mit Christoph W., Hans-Joachim J. und Gerhard H. und der Auftakt jahrelangen Wirkens und zahlreicher (manchmal auch spektakulärer) Sonderveranstaltungen. Dieser Sonderzug führte - wie fast alle Fahrten danach bis zum heutigen Tage - kurz vor Fahrtbeginn zu Problemen. Der Regionalbereich Koblenz untersagte kurz vorher die bereits genehmigte Bereisung des Abschnittes von Ochtendung nach Kerben. Davon ließ ich mich aber nicht abschrecken und es hieß "jetzt erst Recht"! Erst der persönliche Kontakt mit dem damaligen Präsidenten Beck der BD Köln führt zum Einlenken und der bereits gesperrte Streckenabschnitt wurde nochmal speziell für diese Fahrt geöffnet, einschließlich stellenweisem Freischnitt und Reinigung der Spurrillen. Heutzutage undenkbar! Heute müssten EBA, Bundesnetzagentur, Verkehrsministerium und EU-Kommission konsultiert werden und niemand hätte am Ende das nötige Rückgrat, so etwas zu genehmigen. Damals gab es einem Präsidenten und der entschied. Punkt. Dieser Sonderzug war definitiv der letzte offizielle Zug auf dieser Strecke. Gefahren wurde an diesem Tag bis zum Schwellenkreuz am Streckenende Richtung Polch. Danach rollte nur noch der Abbauzug mit V100 des Bw Koblenz-Mosel bzw Gießen. Die Bilder hierzu müsste ich mal raussuchen, der Rückbau ging damals ziemlich zügig und nach "guter" Bundesbahn-Manier mit Kran und "richtigem" Zug, Abtransport der Gleisjoche selbstverständlich per Bahn. Heutzutage werden hierfür ja nur noch 2-Wege-Bagger eingesetzt, bis zum nächsten Umschlagplatz, der irgendwie per LKW erreichbar ist.

Liebe Grüße,
Jörg Seyffert


Hallo Jörg,

ich machs kurz - das waren tolle Zeiten und einfach tolle Sachen die der AKE damals trotz aller Widrigkeiten auf die Beine stellte.


Viele Grüße

Guido
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birk
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon birk » Di 16. Feb 2016, 21:10

Schöne Bilder aus Kerben, danke!
Ich verlinke hier nochmal meinen Beitrag mit Bildern von der Abschiedsfahrt nach Kerben:
http://forum.hunsrueckquerbahn.de/viewtopic.php?f=31&t=44229

Ich glaube aber immer noch nicht, dass nochmal ein Zug auf dem Streckenrest fahren wird. Ein wichtiger Satz aus dem Artikel in dem Artikel Rhein-Zeitung:
Auch um den Bau der Nordtangente abzusichern und zu beschleunigen, ist der Kauf der Eisenbahnanlage nötig, betont die Verwaltung. Die Deutsche Bahn ist bereit, die Fläche samt Eisenbahnanlage für 87 450 Euro brutto an die Stadt abzugeben. Das Angebot ist aber nur bis zum 31. März 2016 gültig und nur dann, wenn die Widmung als Eisenbahn fortgeführt wird. Auch das spricht gegen eine Neunutzung als Radweg - dann wäre mit einem mindestens zehnfachen Kaufpreis zu rechnen, so die Stadt.

Entwidmet wäre die Strecke also teurer, deshalb kauft man sie also ohne Entwidmung. Der Maifeldradweg wurde auch schon 25 Jahre vor der Entwidmung der Strecke gebaut.
Stichwort Nordtangente: Die wird die alte Strecke mehrfach kreuzen. Ein Mitarbeiter der Stadtplanung Koblenz erläuterte mir: Die Brückenbauwerke über die nicht entwidmete Strecke müssen im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. Da die Strecke stillgelegt ist, müssen sie aber nicht gebaut werden. Erst für eine Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs müsste der Bau der Kreuzungsbauwerke nachgeholt werden. Das heißt im Klarext: Nach Fertigstellung der Nordtangente würde die Reaktivierung der Strecke noch teurer und unwahrscheinlicher.

Und - selbst wenn ich durch dieses Statement aus dem Forum fliege:
Ochtendung, Bassenheim und Rübenach haben durch die Busse eine sehr gute ÖPNV-Anbindung an Koblenz. 30-Minuten-Takt tagsüber, Stundentakt bis spät abends, zentrale Haltestellen (die Bahnhöfe Bassenheim und Ochtendung liegen dagegen weit außerhalb), Fahrzeiten annähernd wie mit dem Auto. Zu verbessern wäre vielleicht: einzelne Taktlücken schließen, ein paar Verstärkerfahrten im Berufs- und Schülerverkehr, der Bau von großzügigeren Bushaltestellen. All das kostet ein Bruchteil von dem, was die Wiederaufnahme des SPNV kosten würde. Neuer SPNV wäre wirklich nur sinnvoll, wenn die gesamte Strecke bis Mayen noch nutzbar wäre.
Zuletzt geändert von birk am Mi 17. Feb 2016, 00:58, insgesamt 1-mal geändert.

Rolf
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Rolf » Mi 17. Feb 2016, 00:22

birk hat geschrieben:...Und - selbst wenn ich durch dieses Statement aus dem Forum fliege:
Ochtendung, Bassenheim und Rübenach haben durch die Busse eine sehr gute ÖPNV-Anbindung an Koblenz. 30-Minuten-Takt tagsüber, Stundentakt bis spät abends, zentrale Haltestellen (die Bahnhöfe Bassenheim und Ochtendung liegen dagegen weit außerhalb), Fahrzeiten annähernd wie mit dem Auto. Zu verbessern wäre vielleicht: einzelne Taktlücken schließen, ein paar Verstärkerfahrten im Berufs- und Schülerverkehr, der Bau von großzügigeren Bushaltestellen. All das kostet ein Bruchteil von dem, was die Wiederaufnahme des SPNV kosten würde. Neuer SPNV wäre wirklich nur sinnvoll, wen die gesamte Strecke bis Mayen noch nutzbar wäre.

Danke für die interessanten Einblicke. Ein ÖPNV auf der Reststrecke erscheint mir wirtschaftlich auch absolut nicht darstellbar. Aber mir schien es so, dass der Stadt Koblenz an einem Erhalt gelegen ist, um die Option auf Güterverkehr nicht zu verbauen, was ich allemal sinnvoll finde.

Horst Heinrich
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 17. Feb 2016, 01:13

birk hat geschrieben:Entwidmet wäre die Strecke also teurer, deshalb kauft man sie also ohne Entwidmung...
... und baut dann die (Straßen-) Tangente trotz eisenbahnrechtlicher Widmung ungehindert.

Ein formaljuristisch gewagter, aber offenbar "in praxi" durchaus realisierbarer Kunstgriff.

Chapeau!
Wer sich so etwas als Jurist ausgedacht hat, hat -meine ich- die Berechtigung verdient, die Erlaubnis zum Gelddrucken im Justizwesen verliehen zu bekommen, sprich, Inhaber eines Notariats zu werden.

Jörg Seyffert hat geschrieben:Dieser Sonderzug führte - wie fast alle Fahrten danach bis zum heutigen Tage - kurz vor Fahrtbeginn zu Problemen. Der Regionalbereich Koblenz untersagte kurz vorher die bereits genehmigte Bereisung des Abschnittes von Ochtendung nach Kerben. Davon ließ ich mich aber nicht abschrecken und es hieß "jetzt erst Recht"! Erst der persönliche Kontakt mit dem damaligen Präsidenten Beck der BD Köln führt zum Einlenken und der bereits gesperrte Streckenabschnitt wurde nochmal speziell für diese Fahrt geöffnet, einschließlich stellenweisem Freischnitt und Reinigung der Spurrillen. Heutzutage undenkbar! Heute müssten EBA, Bundesnetzagentur, Verkehrsministerium und EU-Kommission konsultiert werden und niemand hätte am Ende das nötige Rückgrat, so etwas zu genehmigen. Damals gab es einem Präsidenten und der entschied. Punkt. Dieser Sonderzug war definitiv der letzte offizielle Zug auf dieser Strecke. Gefahren wurde an diesem Tag bis zum Schwellenkreuz am Streckenende Richtung Polch. Danach rollte nur noch der Abbauzug mit V100 des Bw Koblenz-Mosel bzw Gießen. Die Bilder hierzu müsste ich mal raussuchen, der Rückbau ging damals ziemlich zügig und nach "guter" Bundesbahn-Manier mit Kran und "richtigem" Zug, Abtransport der Gleisjoche selbstverständlich per Bahn. Heutzutage werden hierfür ja nur noch 2-Wege-Bagger eingesetzt, bis zum nächsten Umschlagplatz, der irgendwie per LKW erreichbar ist.

Liebe Grüße,
Jörg Seyffert


Nur ein paar unbedeutende Namensänderungen hinsichtlich Personen und Örtlichkeiten, und man könnte diese Schilderungen auf 200 km Nebenbahn allein in Rheinland-Pfalz übertragen.

Ein zweites Mal "Chapeau" für heute und danke an Jörg für diese treffenden Worte!

Am 17.09.1988 übrigens konnte ich bei der Fahrt nicht dabei sein, dummerweise habe ich mich an diesem Tag in Bernkastel-Kues verlobt. Strecke und Ehe waren ein ähnliches Schicksal beschieden...
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Rolf
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Re: Die KBS 603 (Koblenz-Lützel->Mayen-Ost) (m.vielen großen

Beitragvon Rolf » Mi 17. Feb 2016, 20:45

birk hat geschrieben:Stichwort Nordtangente: Die wird die alte Strecke mehrfach kreuzen. ...

Genau genommen kreuzt die Nordtangente zweimal die Bahn. Hier eine Skizze vom Bauprojekt:
http://www.rhein-zeitung.de/region/loka ... 30778.html

Horst Heinrich hat geschrieben:
birk hat geschrieben:Entwidmet wäre die Strecke also teurer, deshalb kauft man sie also ohne Entwidmung...
... und baut dann die (Straßen-) Tangente trotz eisenbahnrechtlicher Widmung ungehindert.

Ein formaljuristisch gewagter, aber offenbar "in praxi" durchaus realisierbarer Kunstgriff.

Chapeau!
Wer sich so etwas als Jurist ausgedacht hat, hat -meine ich- die Berechtigung verdient, die Erlaubnis zum Gelddrucken im Justizwesen verliehen zu bekommen, sprich, Inhaber eines Notariats zu werden....

Das ist in der Tat ein Hammer. Nicht entwidmen und trotzdem bauen ohne kostspielige Bahnüberführungen. So kann man eine Bahnstrecke auch endgültig kaputt machen. Das muss ich erst mal verdauen. Und das lässt die angedachte Lösung, Fahrradfahrer ab Bassenheim über Wirtschaftswege kostengünstig weiter zu leiten, ebenfalls in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ein Fahrradweg auf der Bahntrasse, der mit einer vielbefahrenen Nordtangente kreuzt, würde ja auch wieder teure Überführungsbauwerke notwendig machen. Und die spart man sich so auch. Es geht also offenbar um die kostengünstigste Lösung für die neue Nordtangente, und gar nicht um den Erhalt der Bahn oder um die Fahrradfahrer, auch wenn es suggeriert wird. Das muss ich erst mal verdauen.

birk
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Rückbau Ochtendung-Kerben (3 Bilder)

Beitragvon birk » Mo 28. Mär 2016, 17:11

Ich habe noch drei Fotos vom Streckenabschnitt Ochtendung-Kerben aus der Zeit des Rückbaus gefunden, also 1989.
Bild 1 und 2 sind vom gleichen Tag. Müsste der Vegetation nach Anfang April sein.
Auf Bild 3 blüht der Raps schon, also etwa 6 Wochen später.

Bild
Bild 1
vor dem Rückbau, geschätzt bei km 17,5

Bild
Bild 2
vor dem Rückbau, geschätzt bei km 17,3

Bild
Bild 3
nach dem Rückbau, geschätzt bei km 17,7


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