Prüm - Gerolstein

Cachaito
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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Cachaito » Mi 14. Mär 2018, 18:38

Hallo Rolf,

nach dem abschliessenden Urteil des OVG RP vom 18. Dezember 2013 sollte eine jährliche Pacht von 7.500 Euro fliessen.

Weiterhin ist der Urteilsbegründung zu entnehmen, dass eine Gesamtsumme von rund 1,1 Millionen für die Reaktivierung und 10jährige Nutzung zu veranschlagen sei; auf die wichtigsten Erstarbeiten entfielen davon ca. 330.000 Euro. Das Gericht folgte in erster Linie den vorliegenden Gutachten. Es wurde ferner auch geprüft, ob die Kläger in der Lage sind, diese Beträge aufzubringen. Dies wurde u.a. sogar belegt durch die Vorlage von Kreditzusagen.

Wenn ich jetzt die veranschlagten 120.000 Euro für eine neue Brücke dagegen halte, wäre dies also nicht wirklich ein Ausschlusskriterium!

Nun muss man sich fragen, warum denn in vier Jahren nichts passiert ist. :cry:

Von einem Kompromissvorschlag, den die Gemeinden abgelehnt haben, ist mir allerdings nichts bekannt. Wenn es so war, wäre es eine Schande, denn auch ich hätte mir nichts mehr gewünscht als den Dualbetrieb Eisenbahn/Fahrrad. Wie schon gesagt, ich hoffe, dass sich alle Beteiligten noch besinnen, denn alles andere schadet einfach nur der Region, die es verdient hat, touristisch wieder mehr belebt zu werden. Und hier kann ich allerdings die Gemeinden verstehen, wenn man bedenkt, dass allein der Kyllufer-Radweg von ungef. 500.000 Radfahren im Jahr genutzt wird. Dagegen ist eisenbahntechnisch einfach schwer anzukommen.

Grüsse
Rainer

Lw
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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Lw » Mi 14. Mär 2018, 20:03

Aber ist der Kylltalradweg nicht grad ein positives Beispiel dafür, dass eine duale Lösung die ideale Lösung wäre? Wenn ich als Radler weiß, dass ich im Zweifel (Gewitter, Plattfuß, fehlende Unterkunft) noch gut wegkomme, lasse ich mich eher auf eine solche Strecke ein.

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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Westeifelbahner » Mi 14. Mär 2018, 23:21

Cachaito hat geschrieben:da gibt es nichts zu konstruieren, da die Zusammenhänge des Brückenabrisses und der Einstellung der Veranstaltungen im BW Gerolstein längst überregional bekannt sind.

Nicht die Zusammenhänge, sondern die konstruierten Zusammenhänge.
Ein Zusammenhang wäre, wenn die Brücke benötigt würde, damit die Massen an Veranstaltungsbesuchern aus Müllenborn auch zur Veranstaltung kommen würden.
Stattdessen wurde ein Zusammenhang von einer Person behauptet - und das medial so aufbereitet, dass immer mehr Leute darauf aufgesprungen sind. Ich persönlich sehe da aber keinerlei Zusammenhang. Warum wer im Lokschuppen teure Veranstaltungen mit viel Aufwand auf eigene Rechnung organisiert oder nicht organisiert, mag von vielen Faktoren abhängig sein, aber nicht von der Brücke in Lissingen. Das ist und bleibt für mich Unfug - auch wenn, ja, ich weiß, anderes behauptet wird.

Cachaito hat geschrieben:Die Kommunen haben allerdings vor zehn Jahren darauf vertraut, dass eine Umstrukturierung als Radweg wie auch anderswo in der Eifel bereits geschehen problemlos möglich ist. Da mag man sich jetzt darüber streiten, ob sie wissen mussten/konnten, dass ausgerechnet dieses Vorhaben auf diesem kleinen Teilstück topediert wird.

Mit solchen Aussagen sollte man insofern vorsichtig sein, dass hiermit unterstellt wird, dass alles ganz schnell und problemlos gegangen wäre, wenn es keine Interessenten am Bahnbetrieb mehr gegeben hätte. Das ist aber nicht der Fall gewesen. Die Strecke war nun mal, im Gegensatz zu anderen Strecken, nicht nach §23 AEG freigestellt. Wer - was auch immer - kauft, muss sich damit beschäftigen, was er kauft - und wie der Preis zu Stande kommt. Gekauft wurde eine Eisenbahnstrecke, deshalb der gezahlte Preis. Es gibt durchaus auch Modelle, in denen Kommunen Radwegflächen kaufen - das lässt sich der Verkäufer dann aber auch gern zu anderen Grundstückspreisen bezahlen.

Cachaito hat geschrieben:Ich bin der Eigentümer von Grundbesitz, habe aber keine Rechte, dort irgend etwas zu unternehmen oder zu bauen, weil jemand anderer das Nutzungsrecht geniesst. Und der Boden liegt brach, und nichts tut sich.

Naja, wo ist das anders? Wenn ich eine Ackerfläche besitze, habe ich damit auch noch lange nicht das Recht damit zu unternehmen, was ich will, oder gar das dahin zu bauen, was ich gern hätte. Die Kommunen hätten sich nur an dem orientieren müssen, was für den einfachen Bürger auch gilt: Man muss schauen, was planungsrechtlich gegeben ist, ehe man zuschlägt.

Cachaito hat geschrieben:Und seit wann setzen Sonderfahrten Nebenbahnstrecken voraus? Die Haupt-Eifelstrecke ist bei entsprechender Planung genau so nutzbar. Jedenfalls zum nahen Dampfspektakel 2018 wird die Strecke Gerolstein - Trier auch intensiv mit Sonderfahrten genutzt. (...) Letztendlich können auch Wagen ausgeliehen werden, bleistiftsweise wieder aus Losheim

Klar. Sicher kann es auch zukünftig mal solche Fahrten ab Gerolstein geben. Es gibt ja auch Leute, die Spaß daran haben neben Valero über die Neubaubahnhöfe Oberbettingen und Lissingen zu dem zu fahren, was vom Bahnhof Jünkerath der Dampflokzeit übrig blieb.
Aber mit solchen Sonderfahrten auch nur die Kosten zu decken, ist nun mal nicht einfach - und erst recht nicht, wenn man dafür erst noch Wagen von sonstwo überführen muss.

Cachaito hat geschrieben:Dass der VT795-Verkehr nicht nur nach Willingen oder rund um Köln geht, kann man übrigens auch einfach auf der AKE-hp nachschlagen.

Du meinst VT98. Und warum jetzt die Homepage von AKE einfacher als vom Eifelbahn e.V. sein soll, weiß ich nicht. Mir ging es jedenfalls um den Eifelbahn e.V., einem ja nun eigenständigen Verein, der in all den Jahren unzählige Sonderfahrten über die Nebenbahnen der Eifel durchgeführt hat und hierfür einen VT95 betreibt.

Rolf
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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Rolf » Mi 14. Mär 2018, 23:39

Lw hat geschrieben:Aber ist der Kylltalradweg nicht grad ein positives Beispiel dafür, dass eine duale Lösung die ideale Lösung wäre? Wenn ich als Radler weiß, dass ich im Zweifel (Gewitter, Plattfuß, fehlende Unterkunft) noch gut wegkomme, lasse ich mich eher auf eine solche Strecke ein.

Das sehe ich genauso. Umso bedauerlicher, dass die Kommunen sich nicht auf den Kompromiss eingelassen haben. 10 Jahre verschenkt und nun die Holzhammerlösung. Ein Jammer!

Cachaito
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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Cachaito » Do 15. Mär 2018, 08:32

Lw hat geschrieben:Aber ist der Kylltalradweg nicht grad ein positives Beispiel dafür, dass eine duale Lösung die ideale Lösung wäre? Wenn ich als Radler weiß, dass ich im Zweifel (Gewitter, Plattfuß, fehlende Unterkunft) noch gut wegkomme, lasse ich mich eher auf eine solche Strecke ein.


Kann man im ersten Moment auch denken.

Bei meinen Touren mit Rad bzw. Rad/Zelt durch die Eifel habe ich immer wieder feststellen können, dass die Radwege entlang der Eisenbahnstrecken wie bleistiftsweise an der Ahr oder der Kylluferradweg zwischen Gerolstein und Trier sehr gut genutzt werden. Attraktiv aus Sicht der Biker ist aber der regelmässige Planverkehr der Züge. Wenn du am Mittwochnachmittag eine grössere Panne hast und mit dem Rad nicht mehr weiter kommst, möchtest du ja nicht warten, bis dann Samstag der Schienenbus per Sonderfahrt vielleicht ein Plätzchen frei hat. :wink:

Warum aber ist das "dumme" 23KM-Stückchen zwischen Prüm und Gerolstein den Gemeinden so wichtig?
Das Radwegenetz in der Eifel ist mittlerweile sehr gut ausgebaut, beschildert und dementsprechend besucht. Es sind einerseits Tages- bzw. WE-Gäste, aber auch Langstreckenradler, die die Wege nutzen. Insbesondere trifft man immer wieder auf Nachbarn aus den Niederlanden, denn eine der attraktivsten Langstrecken beginnt in Roermond und führt via Eifel bis an die franz. Mittelmeerküste. Nur wenige nehmen die beschwerlichere Route über Prüm/Gerolstein/Kylluferradweg, sondern nehmen den Weg über Pronsfeld und Neuerburg. Hier versprechen sich die Gemeinden Prüm und Gerolstein natürlich einen grösseren Zulauf. Zudem wäre so eine fast "barrierefreie" mehrtägige Rundtour durch die Eifel möglich.

"Warum wer im Lokschuppen teure Veranstaltungen mit viel Aufwand auf eigene Rechnung organisiert..."
Entschuldigung, dass ich hier gerade lachen muss. Der Veranstalter ist ein (Bahn)Unternehmer, der wohl gerne darstellt, dass er dies quasi uneigennützig und unentgeltlich macht. Dazu spare ich mir jetzt aber mal weitere Kommentare. :roll:

Verwirrend sind überdies auch die mannigfachen Ideen betreffend der Einzelheiten über die Strecke. Mal wird von einer kompletten Reaktivierung mit Sonderfahrten und Güterverkehr gesprochen, dann wiederum soll nur der Schienenbus zwischen Gerolstein und Müllenborn verkehren. Auch über eine Nutzung dieses Teilstückes mit Draisinen konnte man bereits lesen. Wer Müllenborn kennt, kann sich den Attraktivitätsfaktor und damit verbundenen "Andrang" sehr gut selbst ausrechnen. :wink:

Grüsse
Rainer

jojo54
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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon jojo54 » Do 15. Mär 2018, 20:31

Zur Lokschuppen-Geschichte (BW) fand ich einen Beitrag in der Eifel-Zeitung.
Alles ganz schön heftig.

Hier der Link:

http://www.eifelzeitung.de/region/vulka ... ore-148125

MfG
jojo54

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Re: Prüm - Gerolstein

Beitragvon Cachaito » Fr 16. Mär 2018, 07:37

Westeifelbahner hat geschrieben:Und warum jetzt die Homepage von AKE einfacher als vom Eifelbahn e.V. sein soll, weiß ich nicht. Mir ging es jedenfalls um den Eifelbahn e.V., einem ja nun eigenständigen Verein, der in all den Jahren unzählige Sonderfahrten über die Nebenbahnen der Eifel durchgeführt hat und hierfür einen VT95 betreibt.


Hallo Westeifelbahner,

jetzt weiss ich, was du meinst. Schau' mal bitte hier: https://www.eifelbahn-gerolstein.de/termine-fahrten/alle-schienenbusfahrten-2018-auf-einen-blick/

Da gibt's ja schon einige Fahrten mehr, wie die Nationalpark Eifel oder die Ahr Touren.

Weisst du bzw. jemand anders hier, was mit den Schienenbusfahrten Gerolstein - Bitburg Erdorf samstags in den Sommermonaten ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich im letzten Jahr einen gesehen habe, obwohl ich regelmässig an der Kyll entlangfahre.

Übrigens ist das Einsatzprogramm 2018 der 52 6106 mittlerweile online: https://www.dampflok526106.de/einsatztermine/. Ergo wird man sie in der Eifel so gut wie gar nicht antreffen.

Traurige Grüsse
Rainer


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