DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Rolf
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Rolf » Mo 22. Okt 2018, 10:00

Vielen Dank für die Erläuterung der Hintergründe, @Notfallmanager. Das hört sich doch gut an, dass Schütz weiter sehr an der Strecke hängt! Ich war da bisher etwas misstrauisch. Man kann schlussendlich nur froh sein, wenn die Holzbachtalbahn weiter betrieben und der Verkehr nicht auf die Straße verlagert wird.

Westeifelbahner
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 22. Okt 2018, 10:01

Notfallmanager hat geschrieben: Wenn man die Brexbachtalbahn mit in Erwägung zieht, so könnte in der Region künftig ein sehr interessantes SGV- und Tourismuskonzept entstehen.

Wie wahr deine Worte - nur, ob man das auch im MWVLW erkennt bzw. erkennen mag?

@Rolf: Ich formuliere es mal lieber sportlich: Ich habe deinen Beitrag als Tiefschlag empfunden, den ein guter Ringrichter hoffentlich für ein paar mahnende Worte genutzt hätte. Denn exakt das Thema hatten wir hier schon einmal in einem anderen Beitragsbaum hinreichend durchgekaut - und auch dort, nach dem du genau solche "Zweifel" gestreut hattest, obwohl - wie dort nachzulesen - die Lappwaldbahn schließlich derzeit erfolgreich die sicher nicht einfachere Instandsetzung der TWE bereits meistert und auch ihre Infrastruktur nach Weferlingen betriebsfähig betreibt.

Gruß Westeifelbahner

eta176
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Vertrag kurz vor Unterzeichnung

Beitragvon eta176 » Mo 22. Okt 2018, 12:50

Nach aktuellen Infos von Weba-Gefü O. Schrei liegt der Vertrag zur finalen Durchsicht beim Anwalt der Weba.
Möglicherweise gibt es bis Freitag eine definitive Aussage, wann die offiziellen Unterschriften aller Geschäfts-
partner darunter gesetzt werden.
Wie bereits andernorts nachzulesen, soll die Übernahme durch die Lappwaldbahn Service GmbH ab dem 1.12.2018
erfolgen und zum Fahrplanwechsel dann die deutliche Ausweitung des Verkehrs durch DB Cargo vom Standort Kreuz-
tal aus. Da es neben Schütz weitere Kunden gibt, die sich für eine (erneute) Belieferung interessieren und auch ein
touristischer Verkehr denkbar ist, sehe ich die Zukunft recht positiv. Die noch von der Weba durchgeführten "Not-
Maßnahmen" zur Betriebssicherheit sollen ausreichend sein, damit bis zu einer umfangreichen Sanierung (bis zu
sieben Brücken müssen erneuert werden) der schwere Güterverkehr noch rollen kann. Allerdings soll es im kom-
menden Jahr eine größere Investition vorab geben - möglicherweise wird dies die bauliche Umsetzung der bereits
seit längerem vorliegenden Genehmigung für die technische Sicherung des gefährlichen BÜ in Dierdorf (B414) sein.
Gruß
HaPe

Rolf
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Rolf » Mo 22. Okt 2018, 14:29

Westeifelbahner hat geschrieben:... Ich formuliere es mal lieber sportlich: Ich habe deinen Beitrag als Tiefschlag empfunden ...

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen, ich habe nur Fragen gestellt, die zweifelsohne von einer gewissen Skepsis geprägt sind. Und? Wenn das nicht mehr möglich ist, macht ein Diskussionsforum keinen Sinn.

Was ich nach wie vor nicht nachvollziehen kann: Wenn die Strecke Gewinn bringt, warum verkauft die Weba sie dann? Muss der Kreis vielleicht "Kasse machen" (weil er Millionen ans Land zurück zahlen muss)? Wenn die Strecke defizitär ist, warum kauft die Lappwaldbahn sie dann? Traut sich die Lappwaldbahn mehr zu als die Weba? Ich finde, das sind spannende Fragen, die diskussionswürdig sein sollten, ohne dass sich jemand persönlich berührt fühlen muss.

Die Antworten zu den Fragen, für die ich mich an dieser Stelle bedanken möchte, geben in der Tat Anlass, weniger skeptisch zu sein. Und das ist doch schön für alle Interessierten. Und, wie auch immer, in dem Punkt sind wir uns sicher einig, es wäre sehr erfreulich, wenn die Lappwaldbahn die Stecke und den Verkehr darauf langfristig sicherstellen könnte. Ob dem so ist, wird aber erst die Zukunft erweisen (denn leider hat sich schon mancher Private zu optimistisch ins Geschäft gestürzt und am Ende doch übernommen). Ich drücke jedenfalls fest die Daumen für einen langfristigen Erfolg.

Westeifelbahner
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 22. Okt 2018, 16:04

Mal als Beispiel: Wenn ich fragen würde, ob Rolf mit seinem Beitrag bewusst die Eisenbahn schlecht redet, um sich Vorteil zu verschaffen, dann wäre das keineswegs nur eine Frage zur allgemeinen Diskussionsanregung, sondern würde durchaus suggestiv damit spielen eine Behauptung mal einfach mal zur Diskussion in den Raum zu stellen. Deswegen gehört sich das ebenso wenig wie mit Behauptungen in verklausulierter Form in Fragen zu spielen. Die hier verpackte Aussage von dir, nicht als Frage formuliert:

Im konkreten Fall:
Rolf hat geschrieben:Runtetwirtschaften und am Ende verkaufen wäre jedenfalls eine Option, Gewinn zu machen. Ich hoffe sehr, dass mein Misstrauen sich nicht bestätigt.

Quelle: viewtopic.php?f=75&t=53058&start=12

Du hattest deine Überlegungen, wie geschrieben, bereits in diesem anderen Beitragsbaum hinreichend diskutiert. Warum dann das Fass wieder von vorne aufmachen, nicht einmal auf die bereits erfolgte Diskussion im anderen Thread verweisen und darauf in keinster Weise Bezug nehmen, was schon dazu geklärt wurde? Das ist für mich einfach kein guter Stil, sondern Polemik, sorry.

Gruß Westeifelbahner

Rolf
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Rolf » Di 23. Okt 2018, 01:31

Westeifelbahner hat geschrieben:...Du hattest deine Überlegungen, wie geschrieben, bereits in diesem anderen Beitragsbaum hinreichend diskutiert....

Wie kann man denn Prozesse, die im Fluss sind und wo es tagtäglich Neues gibt, "hinreichend diskutiert "haben? Für den damaligen Stand war das vielleicht "hinreichend", aber es ist doch schon länger her. Mittlerweile gibt es neue Entwicklungen, und, siehe da, neue Antworten und Erkenntnisse. Warum soll man das dann nicht neu diskutieren bzw. mit Fragen neue sachbezogene Antworten anregen dürfen? Das hat nichts mit Polemik zu tun. Es ist auch keine Polemik, wenn ich der Ansicht bin, dass ich die Westerwaldbahn lieber in den Händen der Weba gesehen hätte. Der Kreis als Eigentümer kann nämlich nicht pleite gehen, ein Privater schon. Darauf hinzuweisen ist rein sachlich begründet. Ich finde die aktuelle Entwicklung jedenfalls sehr spannend und schließlich kann man ja auch schlauer werden, insbesondere durch sachbezogene Antworten und neue Erkenntnisse und Einsichten. Damit will ich es jetzt an dieser Stelle bewenden lassen. Ich freue mich auf neue, hoffentlich positive Nachrichten zum Thema. Und alles andere, was uns betrifft, habe ich Dir, @Westeifelbahner, per PM geschrieben.

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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Westeifelbahner » Di 23. Okt 2018, 09:37

Dann gehe doch in deinem Beitrag auch auf die "neuen Entwicklungen" ein statt nur genau das zu wiederholen, was schon im anderen Beitragsbaum steht. Du hattest in dem anderen Beitrag Zweifel bekundet, ob überhaupt noch ein Bedarf bestehe, da Schütz "offensichtlich ohne die Holzbachtalbahn auskommen" könne und die Bedienung über Siershahn ja zu funktionieren scheine.
Thema dieses Beitragsbaums hier ist aber, dass es schon wieder Zugbewegungen über die Holzbachtalbahn gibt - also die Annahme eines Bedarfs zur Nutzung der Holzbachtalbahn, wie hier auch schon geschrieben wurde, kaum mehr zu leugnen sein dürfte.
Daher ist und bleibt es doch nur folgerichtig, wenn hier ein privates Eisenbahnunternehmen einspringen und die Strecke für den SGV erhalten möchte. Mir ist kein vergleichbarer Fall in RLP mit potenziell ähnlichem hohem Aufkommen bekannt.
Gruß Westeifelbahner

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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Dr. NE » Di 23. Okt 2018, 14:25

Rolf hat geschrieben:Der Kreis als Eigentümer kann nämlich nicht pleite gehen, ein Privater schon.


Jetzt formuliere ich mal ganz bös: Und nachdem der Private pleite ist kauft die WEBA gübstiger aus der Insolvenzmasse zurück ;-) Ähnliches hatten wir ja schon mehrfach im Bahnbereich, bsp. Klützer Ostsee-Eisenbahn.
Bild Bild Bild Bild Bild

Rolf
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Rolf » Di 23. Okt 2018, 15:06

Westeifelbahner hat geschrieben:Dann gehe doch in deinem Beitrag auch auf die "neuen Entwicklungen" ein statt nur genau das zu wiederholen, was schon im anderen Beitragsbaum steht. Du hattest in dem anderen Beitrag Zweifel bekundet, ob überhaupt noch ein Bedarf bestehe, da Schütz "offensichtlich ohne die Holzbachtalbahn auskommen" könne und die Bedienung über Siershahn ja zu funktionieren scheine.
Thema dieses Beitragsbaums hier ist aber, dass es schon wieder Zugbewegungen über die Holzbachtalbahn gibt - also die Annahme eines Bedarfs zur Nutzung der Holzbachtalbahn, wie hier auch schon geschrieben wurde, kaum mehr zu leugnen sein dürfte.
Daher ist und bleibt es doch nur folgerichtig, wenn hier ein privates Eisenbahnunternehmen einspringen und die Strecke für den SGV erhalten möchte. Mir ist kein vergleichbarer Fall in RLP mit potenziell ähnlichem hohem Aufkommen bekannt.
Gruß Westeifelbahner

Das ist doch Haarspalterei. Natürlich stellt sich die Frage so oder so ähnlich immer wieder neu, wie es mit der Strecke weiter geht, zumal doch alles extrem im Fluss ist und mittlerweile einige überraschende Wendungen eingetreten sind.

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Der "Westerwälder" ist autofixiert und kann die Bahn nicht leiden!

Beitragvon eta176 » Mi 24. Okt 2018, 01:43

So ganz verstehe ich diese Diskussion nicht, denn die Kündigung des Güterverkehrs für DB Cargo durch
die Weba war neben der wirtschaftlichen vor allem eine politische Entscheidung. Wirtschaftlich gab es
ein paar Fehler (z.B. fehlende Maschinen-Versicherung), die immer wieder hohe Kosten verursachten
und den Betrieb auf der Strecke nach Selters ins Defizit brachten. Andererseits gab es immer schon
politische Bestrebungen, dem einer sozialen Partei verbundenen Eisenbahnbetriebsleiter aus "christ-
lichen Gründen" das Leben schwer zu machen :roll:
Die Entscheidung des Altenkirchener Kreistages, sich vom Schienenbetrieb zu verabschieden, erfolgte
allerdings parteiübergreifend einstimmig ...
Einen Nachfolger, der den - vor allem von der Firma Werit "ungeliebten" - Güterverkehr weiter betreibt,
sollte es eigentlich nicht geben. Doch wenn der Hauptgüterkunde ein Interesse an einer auch zukünftig
sicheren Versorgung hat, muss er sich drum kümmern. Und wenn es dann bundesweit nur einen Interes-
senten gibt, der sich - auch aufgrund bislang mit anderen Projekten gemachten Erfahrungen - einen er-
folgreichen Betrieb der Infrastruktur zutraut, dann sollte das nach meiner Auffassung eher positiv gese-
hen und nicht mit Vorurteilen und Verdächtigungen diskreditiert werden.
Da der Willen zum betrieblichen Erfolg vorhanden ist, geht man offenbar auch recht offensiv an die Wer-
bung neuer (alter) Kunden ran, um Transporte für die Schiene (wieder oder neu) zu gewinnen.
Auf jeden Fall scheinen die noch von der Weba beauftragten Strecken-Instandsetzungen der LWS so viel
Spielraum zu lassen, dass ein sicherer Güterverkehr so lange abgewickelt werden kann, bis beantragte
Mittel nach dem SGFFG die umfassende Sanierung zulassen.

Rolf
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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Rolf » Mi 24. Okt 2018, 04:48

Danke für die aufschlussreichen Erläuterungen

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Re: DB Cargo auf Holzbachtalbahn unterwegs!

Beitragvon Dieselpower » Mi 24. Okt 2018, 10:07

Nun ja, ob die Maschinenversicherungen für die permanent unter Voll- bzw. Überlast fahrenden Lökchen aufgekommen wäre?
Die beiden Maschinchen liefen ja nur noch auf Stufe 16 - außer beim Schleudern, da wurde Leistung zurückgenommen... 8)
Die Phase mit der "dicken" 215 war zwar für die Rangierer eher unbequem, aber Tonnage hat die gefahren, und das weitgehend störungsfrei!
Und wenn dann noch eine 1004 fahrbereit als Schublok zur Verfügung stand, wurden mal eben 2.400 Tonnen "gewuppt"!

Ohne nachtreten zu wollen, in meinen Augen waren die Fahrzeuge einfach zu klein und zu schwach für diese Leistung.
Vielleicht hätte man einen kanadisch-amerikanischen Ackergaul anmieten sollen, stehen mit Sicherheit genug zur Verfügung!
Der fühlt sich mit solchen Arbeiten pudelwohl, mehrmals Anfahren, Schneckentempo, niedrige Endgeschwindigkeit - ideal!
Konnte ja bei den Umleitern auch unter Beweis stellen, daß das sein Einsatzgebiet ist. Robust und dieselelektrisch.

Aber auf externe Empfehlungen (oder "interne vom Neuen") hat man auf der Bindweide noch nie viel Wert gelegt! 8)
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer


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