Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

bigboy4015
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Do 23. Nov 2017, 14:54

Und wenn ich als vergleich einen 89ft Großraum Boxcar aus en USA daneben stelle wird einem erst klar wie groß die Eisenbahnen in den USA sind.

Was man auch gut sehen kann wenn die EMD wieder einmal Loks für Europa in Richtung Hafen schleppt, die Class 66 und die Class 77 sind durch das britsche Profil schon zierlich, hinter einer US Lok wirken sie verloren winzig.
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Ansonsten sind die Diesel größer: Die im Westen der USA
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St. Goar
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Mi 29. Nov 2017, 15:51

Hallo Modellbahnfreunde,

ich stelle Euch zwei Modelle vor, die auf Rheinmodellbahn unterwegs sind bzw. unterwegs sein werden. :D

@ Reinout
Du hast recht. Die klassischen Güterwagen sind von den Schienen verschwunden. Die modernen Schiebewandwagen sind wohl die letzte Neuheit, die ich auf meiner Anlage mitgehen werde. :wink:

@ Ulrich
Der Güterverkehr in den USA spielt in einer anderen Liga. Viele "Experten" in der Logistik haben davon wohl nichts mitbekommen. Auf langen Strecken ist die Bahn das Mittel der Wahl.

Hier die beiden Güterwagen. Für den Kesselwagen von ESSO/ARAL habe ich mal wieder nicht viel an Infos herausgefunden. :?

Vierachsiger Kesselwagen "Aral" Fassungsvermögen 550 hl

Der Kesselwagen mit der Nummer 503 013 gehört der BV-ARAL Aktiengesellschaft Bochum. Der Heimatbahnhof des Waggons ist Bochum-Riemke. Das Untersuchungsdatum 12.10.60 ist angeschrieben. In den Kessel passen 550 hl brennbare Flüssigkeiten.

Modell Roco Nr. 47840

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Vierachsiger Kesselwagen "ESSO" Fassungsvermögen 550 hl

Der Kesselwagen mit der Nummer RIV 503 007 P gehört der ESSO A:G: Hamburg Der Heimatbahnhof des Waggons ist Hamburg-Unterelbe. Das Untersuchungsdatum 17.5.60 ist angeschrieben. In den Kessel passen 550 hl brennbare Flüssigkeiten.

Modell Roco Nr. 76690

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In den 50er Jahren kaufen Mineralöl-Firmen gerne größere Kesselwagen mit Drehgestellen

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Zwei Kesselwagen sind in einem Güterzug eingereiht

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Schiebewandwagen Hbis 299

Ab 1966 beschaffte die DB Schiebewandwagen mit festen Dächern der Bauart Klmmgs, die später als Hbis 299 bezeichnet wurden. Die Konstruktion basierte auf den Schiebewandwagen mit beweglichen Dach der Bauart Klmmgks 66 (Tbis 870) und Klmmgks 68 (Tbis 871). Da für die Beladung seitliche Schiebewände oftmals ausreichten, verzichtete die Bundesbahn beim Hbis 299 auf die Schiebedächer der Vorläufer-Bauarten.

Die Wagen bewährten sich im Betrieb sehr gut. Der Einsatz konzentriete sich auf palettierte Güter. Bis 1974 kamen 8.444 Stück zur DB. Hersteller waren die SEAG in Siegen, Linke-Hofmann-Busch in Salzgitter und die Waggonfabrik Uerdingen. 1999 waren noch rund 4.000 Stück im Bestand der DB AG. Vermietete Wagen besaßen teilweise die Werbebeschriftungen des Einstellers. So auch der Hbis 299 der Firma KALDEWEI. Der Hbis 299 hat ein Eigengewicht von 14.830 kg. Er ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen. Die Länge über Puffer beträgt 14.020 mm. 1974 bekamen neu gelieferte Wagen Funkenschutzbleche, die auch bei älteren Waggons nachgerüstet wurden. Ab 1984 liefen diese Bauarten mit den nationalen Nebengattungsbuchstaben –ww am Ende als Hbis-ww.

Das Modell der zweiachsiger Schiebewandwagen Hbis 299 mit der Nummer 21 RIV 80 211 6 530-1 hat das Untersuchungsdatum 27.5.80 angeschrieben. Er ist als Privatwagen die Firma KALDEWEI bei der DB eingestellt. Auf den Seitenwänden hat er die Aufschriften "KALDEWEI" und "Europas Nr.1 in Badewannen". Der Heimatbahnhof Ahlen/Westf. steht in einem Anschriftenfeld. Die Länge über Puffer beträgt 161,1 mm.

Modell Märklin Nr. 47340

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Die Firma Kaldewei wurde 1918 von Franz Kaldewei in Ahlen (Westfalen) gegründet. Zunächst lieferte das Werk Waschwannen und Bratpfannen als Rohware für die Emailindustrie aus. Als der Sohn des Firmengründers in den Betrieb einstieg, wurden ab 1934 Badewannen aus Stahl produziert. Erst entstanden die Wannen aus zusammengeschweißten Einzelteilen. 1958 konnte erstmals eine nahtlos gezogenen Stahlwanne bei Kaldewei produziert werden. Mit dem Produkt hatte die Firma großen Erfolg. Im Jahr 2011 hatte das Unternehmen rund 700 Beschäftigte. Kaldewei gehört zu einem der größten Bade- und Duschwannenhersteller in Europa und liefert weltweit die Produkte aus.

Der Hbis 299 wurde in dieser Lackierung von der Firma KALDEWEI eingesetzt

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Do 14. Dez 2017, 15:15

Hallo Modellbahnfreunde,

heute habe ich für Euch mal einen Zug der 70er Jahre in Szene gesetzt.

BR 140 mit Ganzzug aus Schwerlastwagen

Die 140 108-2 zieht einen Leerzug aus Schwerlastwagen in Richtung Ruhrgebiet. Die Stahlladung wurde an einen metallverarbeitenden Betrieb geliefert. Es geht zurück in die Städte an Rhein und Ruhr um neue Lasten aufzunehmen.

Ganzzug aus Schwerlastwagen

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Der Zug besteht aus sechsachsigen Flachwagen der Bauart Sas 710, die ab 1964 als SSylms in großen Stückzahlen von der DB beschafft wurden. 1970 konnten den Verladern immerhin 1.750 Waggons angeboten werden. 1984 war die Zahl auf 3.850 gestiegen. Die Bezeichnung wurde in Samms 710 geändert.

Hinter der BR 140 laufen Sas 710

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Der Zug hat den Kammerecktunnel verlassen und zieht sich an der B 9 entlang. Als die Lokomotive in den Bettunnel einfährt, befindet sich das Zugende noch im Kammerecktunnel. Nicht weniger als 17 Sas 710 zieht die Güterzuglokomotive Richtung Norden. Fast 279 Meter misst der Zug ohne E-Lok. Dennoch dürfte die Fuhre keine Herausforderung für die BR 140 darstellen. Schließlich sind die Waggons unbeladen.

Im Kammerecktunnel sind weitere Waggons zu sehen

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Ein Sas 710 nach seiner Umbezeichnung in einen Samms 710

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Mo 25. Dez 2017, 15:47

Hallo Modellbahnfreunde,

vielen Dank für das Interesse an "rheinmodellbahn" im ausgehenden Jahr. :D

Allen Lesern wünsche ich:

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon St. Goar » Sa 17. Feb 2018, 13:54

Hallo Modellbahnfreunde,

heute ein weiterer offener Güterwagen für den Einsatz auf der linken Rheinstrecke

Offener Güterwagen Eaos 106

Die Nachfrage der Verlader nach großräumigen offenen Güterwagen wuchs in den 60er Jahren. Das Entwicklungsbüro der UIC plante daher die Standardisierung eines vierachsigen offenen Großraumwagens. Die ersten offene vierachsige Güterwagen nach UIC-Normierung entstand Anfang der 70er Jahre. Typische Ladegüter der Bauart sind nässeunempfindliche Güter wie Kohle, Erze, Steine, Schrott oder Holz. In der Regel verfügt der Eaos über zwei Türen je Bordseite. Der Eaos wurde von vielen europäischen Bahnen beschafft (FS, ÖBB, SNCB, SNCF und SBB). Die DB beschaffte erst 1978 solche Waggons. Der erste Wagentyp wurde zunächst als Eaos 106 mit hölzernen Boden ausgeliefert. Später wurden Stahlböden eingebaut und ein Teil der älteren Waggons entsprechend umgerüstet. Bis 1986 kamen über 7.000 Wagen zur DB. Die Bezeichnung änderte sich in Eaos-x 051. Der Eaos 106 mit Bremsbühne hat ein Eigengewicht von 21.680 kg und eine Länge über Puffer von 14.290 mm. Hier die Bedeutung der Kennbuchstaben:

E = Offener Güterwagen der Regelbauart
a = mit vier Achsen
o = feste Stirnwände
s = Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Als Eanos hatte er eine maximale Tragfähigkeit von über 60 Tonnen (Buchstabe n).

Das Modell mit der Nummer 11 RIV 80 534 2 698-7 hat das Untersuchungsdatum 04.03.86 ist angeschrieben. Der Waggon hat als Ladedaten 35,3 Quadratmeter Ladefläche und 71,3 Kubikmeter Laderaum. Die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h (s) steht auf dem Anschriftenfeld. Ebenso die Angabe 120 km/h bei Leerfahrten. Das Modell misst 168 mm über Puffer, wobei der Eaos über eine Bremsbühne verfügt. Die zweifügeligen Türen - jeweils zwei pro Seite- sind zum Öffnen.

Modell Liliput Nr. L235600

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Eine Modell-Besonderheit: die Türen können geöffnet werden

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 17. Feb 2018, 16:48

Immer wieder interesant.
Wobei ich vermute das der Kasten noch immer die original Liliput Wien Konstruktion ist. Schon der hatte die beweglichen Türen.

Die Ururausführung hatte mit NEM Schächten STARR am Drehgestell, war logisch die bekloppteste KK Aufnahme aller Zeiten.
Ich hab noch 10 oder so davon, am Ende von Liliput für 5 DM ergattert.
Die Bügelkupplung haben die bis heute... Damit läufts.
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 17. Feb 2018, 21:48

bigboy4015 hat geschrieben:Und wenn ich als vergleich einen 89ft Großraum Boxcar aus en USA daneben stelle wird einem erst klar wie groß die Eisenbahnen in den USA sind.

Was man auch gut sehen kann wenn die EMD wieder einmal Loks für Europa in Richtung Hafen schleppt, die Class 66 und die Class 77 sind durch das britsche Profil schon zierlich, hinter einer US Lok wirken sie verloren winzig.


Hier mal als Fotovergleich, der UP Wagen ist "nur" ein 86ft Hi-Cube Boxcar, die Schweizer Post nutzt seit 2016 die 55 in Niesky gebauten Schiebewandwagen, die von der WASCOSA angemietet sind.

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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 17. Mär 2018, 19:38

St. Goar hat geschrieben:Italienische Spitzdach-Güterwagen sind im Zug eingereiht
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Roco hat vor ein paar Wochen die lange Variante der Spitzdachwagen ausgeliefert, in Epoche III als 3 Wagen Set.
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Das Wagenende ist komplett detailiert. In Italien waren Rangiertritte nicht üblich:
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Die typische italienische Bremsanlage (BREDA BREMSANLAGE) ist komplett nachgebildet:
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Zuletzt geändert von bigboy4015 am So 18. Mär 2018, 20:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rheinmodellbahn: St. Goar im Modell

Beitragvon bigboy4015 » Sa 17. Mär 2018, 20:06

Bis Koblenz kommen den Rhein hoch auch die schweren Erzzüge mit 6-achser Faals 150 und deren Nachfolgern in Richtung Dillinger Hütte. Ab Koblenz geht es dann die Moselstrecke und ab Trier die Saarstrecke hinauf.

Die Züge sind mit der Mittelpufferkupplung AK 69 e ausgerüstet, die Wagen haben keine Puffer. Um im Notfall eine Lok mit normaler Schraubenkupplung an die Wagen kuppeln zu können hatte die DB, ab 1982 im AW Fulda, rund 60 Kuppelwagen der Bauart Us 999, aus Rungenwagen der Bauart Kls 442 und 443 bauen lassen.
Ein Teil der Wagen sieht den Ausgangswagen noch ähnlich, und ist zuerst an den aufgeladenen Betongewichten erkennbar, bei den übrigen wurde der Aufbau entfernt, die Gewichte wurden direkt auf dem Rahmen gesetzt.
Die Wagen haben beidseitig die optisch wuchtige AK 69 e bekommen aber ihre Puffer behalten. Bei Bedarf wird ein Kupplungsbügel in die AK69e befestigt um den Wagen mit einer Schraubenkupplung zu kuppeln, die andere Seite kuppelt über die AK mit dem pufferlosen Erzwagen. Der in die Kupplung zu befestigende Bügel wird auch genutzt um z.B.eine AK 151 mit einem "normalen" Zug zu kuppeln.
Sollten Erzwagen ausgesetzt werden müssen sind die Übergangswagen sowas wie die Abschleppstange.

Roco brachte vor einigen Jahren ein Zweiwagenset des Us 999. Das Set beinhaltet Wagen die die Ladefläche behalten haben, Heimatbahnhof Hamburg-Waltershof. Ich habe es für einen Toppreis jetzt erst in Wien gefunden.
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Bei denen muss man die Rangiertritte zurüsten. Der eine hat schwarze, der zweite braune Puffer. Hatte leider Faals150 nicht greifbar, so sind auf dem Foto nur die beiden Us 999.

Seit 2008 sind die Us 999 ausgemustert.
Zwischen 1984 und 1990 hat die DR im Raw Leipzig auf einem Einheitsfahrgestell etwa 450 Kuppelwagen zur SA-3 Kupplung bauen lassen. davon gelangen 1994 385 U(s) [9083] und 51 U(s) [9084] zur DBAG die in U 998 bzw. Us 998.1 umgezeichnet werden. Ca. 50 U 998 wurden ab 1999 in Us 996.1 und 996.2 umgebaut, die SA-3 Kupplung durch die AK 69 e ersetzt.

Die modernsten DBAG Erzwagen der Bauart Falrrs 153 und die DB SCHENKER Erz 189er haben statt AK 69 e die moderne und kleinere C-AKv als Kupplung, diese kuppeln untereinander und die C-AKv auch mit der russischen SA-3, die C-AKv hat dazu einen installierten Kupplungsbügel für die Schraubenkupplung.
Nur, ohne Puffer braucht auch die C-AKv einen Übergangswagen
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