Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

eta176
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Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon eta176 » Mo 29. Feb 2016, 01:46

Im Januar 2009 hatten wir für die Linke Rheinseite mal den Beitrag:
"Hunsrück-Basistunnel kein Tabu"
viewtopic.php?f=34&t=21633

Auch für die rechte Rheinseite gab es 2010 schon "Ideen", allerdings eher für eine "Güter-Berg- und Talbahn"
"Neue Schienentrasse für Güterzüge im Westerwald"
http://www.rhein-zeitung.de/region_arti ... articletop

Ganz aktuell ist in der Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Samstag, 27.02.2016 in der
Kandidatenvorstellung von Roger Lewentz zu lesen:
"Und der Lärm durch Güterzüge? Der werde reduziert und irgendwann verschwinden.
Denn laut Lewentz steht der Westerwald-Taunus-Tunnel als Alternativtrasse im nächsten
Bundesverkehrswegeplan,
der erst nach dem Wahlsonntag veröffentlicht wird."


Im Presseartikel von 2010 heißt es noch:
"Bis zur denkbaren Umsetzung eines solchen Großvorhabens ist es aber noch ein weiter Weg,
heißt es beim Mainzer Verkehrsministerium. Eine neue Trasse für den Schienengüterverkehr
- ein Projekt, das Bund und Bahn gemeinsam auf den Weg bringen müssen - kann nur im
Rahmen eines neuen Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) realisiert werden. Dazu müssen
zuvor aber die Kosten der Strecke ermittelt und eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-
Analyse vorgelegt werden
. Nur wenn diese zu einem positiven Ergebnis führt, kann das
Projekt im BVWP zum Zuge kommen."


Also ich habe noch nichts von einer NKU für die beiden Basis-Tunnel "Siebengebirge/Westerwald"
(Länge ca. 65 km) und "Taunus" (Länge ca. 35 km) gelesen. Hinzu müssten bei einer "sinnvollen
Planung" noch der Bau einer Lahnbrücke und der "Nassauer Kurve(n)", der zweigleisige Wiederauf-
bau der Abschnitte Nassau - Dausenau und Hohenrhein - Niederlahnstein sowie die Elektrifizierung
dieses Abschnitts kommen, denn auch die Züge aus / in das Moseltal sollten ja den teuren Tunnel
nutzen dürfen ... und bei Sperrungen zumindest das Nord- o d e r Südtunnel befahrbar bleiben ...

Dann warten wir mal auf das "Dobrindt-Papier" und hoffen dass es kein "Doof-Print" wird ....

Gruß HaPe

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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon Dieselpower » Mo 29. Feb 2016, 01:55

Selten so gelacht.... :roll:

Der Schwachsinn der Politikerlaberei übertrifft sich erwartungsgemäß in den nächsten 14 Tagen wieder täglich selbst, wartet es nur ab.

Politikern darf man nichts glauben, schon mal gar nicht so kurz vor den Wahlen. Und gerade der Lewentz....für den und seine Sechzehn-Prozent-Dilettanten zählt ja momentan jedes Stimmchen, und wenn es nur die Spinner aus dem Rheintal sind.
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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon eta176 » Mo 29. Feb 2016, 02:27

Dieselpower hat geschrieben: ... und seine Sechzehn-Prozent-Dilettanten
zählt ja momentan jedes Stimmchen, und wenn es nur die Spinner aus dem Rheintal sind.

Nun ja, der (stets aktualisierte) Trend für die Landtagswahl sieht dann doch etwas anders aus:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landta ... -pfalz.htm

Mit Klöckner und der CDU sieht es für den SPNV, den touristischen Schienenverkehr und noch
ausstehende Reaktvierungen aber ganz tiefschwarz aus. Was die AfD zu diesem Thema sagt,
weiß ich nicht.

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Dieselpower
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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon Dieselpower » Mo 29. Feb 2016, 10:52

Das steht auf einem anderen Blatt....und die 16% stimmen nur bei uns in RLP nicht :wink:

Ich bin einfach nur diese Intensivierung der Lügenmärchen kurz vor den Wahlen leid. Denn erkennbaren Nutzen hat die letzte Landesregierung der Bahn ja wirklich nicht gebracht.

Sollen einfach sagen, wie es ist, und vor allem erklären, wie es kommt, daß für alles mögliche wichtige seit Jahren kein Geld da ist, und auf einmal und in Zukunft Unsummen, aber nur noch für eine Sache - aber das wollen wir hier ja nicht vertiefen.

Ich halte es schlicht und ergreifend nach wie vor für Roßtäuscherei, hier ein Megaprojekt in den Raum zu stellen (Gerade so kurz vor den Landtagswahlen), daß vom Umfang her alle anderen bisherigen deutschen Rohrkrepierer in Hamburg, Berlin, Stuttgart, Köln & Co. in den Schatten stellt. Vor allem, wenn der wirkliche Nutzen nur ein paar hundert Leute betrifft, diejenigen nämlich, die sich nicht mit "Bahnlärm" abfinden wollen, der hundert Jahre vor ihnen da war - die Neubelastung durch WEA und erhöhtes LKW-Aufkommen bei uns in der Ecke interessieren niemanden - die hatten wir aber vorher nicht!

Profitieren von dem Tunnel wird vor allem wieder die EU, damit sie noch schneller Fernost-Tinnef von Antwerpen und Rotterdam durch ganz Europa verteilen wird - also sollen die anderen auch für den Tunnel sorgen - einen regionalen verkehrlichen Nutzen wird das Wolkenkuckucksheim "Basistunnel" wohl kaum haben. Es geht doch zu 98% um Transit.
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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 29. Feb 2016, 12:18

Ein intelligenter und gebildeter Politiker -ja, auch die gab es einmal vor ein paar Jahren noch- hat das politische und gesellschaftliche Treiben zu Beginn des 21.Jahrhunderts einmal als "spätrömische Dekadenz" bezeichnet. Und in der Tat: Während täglich neue Luftschlösser gebaut wurden und man sich mehrmals am Tag vergnüglichen oberflächlichen Events hingab, (z.B. "Rom sucht den Superstar" mit dem berühmten Ex-Piepsstimmensänger Dieterius Bolenius oder der Ordnungsamts-Soap: "Mein Limes-Abschnittsrevier") schaffte man es nicht einmal mehr, die verstopfte cloaca maxima zu reparieren, sodaß rückstauende Fäkalien das Trinkwasser vergifteten und Tausende dahingerafft wurden. Aber anstatt die vorhandene Infrastruktur in Schuß zu halten, träumte man von immer voluminöseren Prachtbauten.
Im Jahre 2016 ist es genauso: Während zwischen Koblenz und Trier Reisende in die Hose machen, weil die einzige Zugtoilette defekt ist, träumen Schmalspurimperatoren wie Rogerius Lewentzus von betonlastigen Repräsentationsbauten im dreistelligen Milliardenbereich.

Daß solche Kretins sich nicht schämen, morgens überhaupt aufzustehen und sich der Öffentlichkeit zu zeigen.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon Daniel K. » Mi 2. Mär 2016, 12:06

Hallo,

der besagte, "intelligente und gebildete" Politiker :lol:, warf mit dem Zitat aber schon einer anderen Zielgruppe die "spätrömische Dekadenz vor."
Das ändert aber nichts an der beschriebenen Unwilligkeit, eine weniger von plattem Lobbyismus, Unfähigkeit und Populismus geleitete Verkehrspolitik zu betreiben.

Wenig hoffnungsfrohe Grüße

Daniel

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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP

Beitragvon eta176 » Fr 18. Mai 2018, 17:54

Ganz aktuell bei der Rhein-Zeitung am 18.05.2018 online:

Mittelrhein
Güterzüge: Erhält Alternativtrasse für den Mittelrhein noch eine Chance?
Hat eine Alternativtrasse für den Güterverkehr auf der Schiene die Chance, noch in diesem Jahr in den
vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 aufzusteigen, um langfristig das lärm-
geplagte Mittelrheintal zu entlasten? Laut einem Schreiben des Bundesverkehrsministeriums soll die da-
für notwendige „gesamtwirtschaftliche Bewertung“ der Schienenprojekte bis zum dritten Quartal 2018
erfolgen.
https://www.rhein-zeitung.de/region/lok ... 16352.html

Kurios ist die Aussage des Vorsitzenden der "BI Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn":

BI-Vorsitzender Willi Pusch warnt außerdem, dass der Bahnlärm am Mittelrhein den Erfolg der für 2029
oder 2031 geplanten Bundesgartenschau im Welterbe gefährden könnte: „Jeder Besucher der Buga, der
sich durch den Lärm gestört fühlt, wird nicht nur die Länge seines Aufenthalts entsprechend gestalten,
sondern auch anschließend in seinem persönlichen Umfeld über seine Erlebnisse berichten. Spätestens
dann würde dem Ruf unserer Region massiv geschadet
.“


:arrow: Das hat Herr Pusch und seine BI doch schon ganz alleine hinbekommen :roll:
___________________________________________________________________________________________

Nachtrag: Was haben wir doch für Intelligenzbolzen im "Scheuer-Ministerium":
„Nach den bisherigen Erkenntnissen wird diese Neubaustrecke aufgrund der Topografien einen hohen
Anteil an Ingenieurbauten (Brücken und Tunneln) aufweisen.“ :roll: :lol:

Na dann: Frohe Pfingsten!

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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP

Beitragvon Klaus aus FG » Sa 19. Mai 2018, 15:19

eta176 hat geschrieben:Ganz aktuell bei der Rhein-Zeitung am 18.05.2018 online:

Kurios ist die Aussage des Vorsitzenden der "BI Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn":

BI-Vorsitzender Willi Pusch warnt außerdem, dass der Bahnlärm am Mittelrhein den Erfolg der für 2029
oder 2031 geplanten Bundesgartenschau im Welterbe gefährden könnte: „Jeder Besucher der Buga, der
sich durch den Lärm gestört fühlt, wird nicht nur die Länge seines Aufenthalts entsprechend gestalten,
sondern auch anschließend in seinem persönlichen Umfeld über seine Erlebnisse berichten. Spätestens
dann würde dem Ruf unserer Region massiv geschadet
.“


:arrow: Das hat Herr Pusch und seine BI doch schon ganz alleine hinbekommen :roll:
___________________________________________________________________________________________
Na dann: Frohe Pfingsten!


Da hätte ich doch einen Vorschlag, wie man diesen Schaden verhindern kann: Kein Buga! Dann kommen keine Besucher, die sich andernorts negativ äußern und den Ruf ramponieren können.

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Re: Ww-Taunus-Basistunnel im neuen BVWP ??

Beitragvon Dieselpower » Mo 21. Mai 2018, 10:23

Selbst wenn sie dann irgendwann mal mit dem Tunnelgebohre anfangen: Die Abraummassen, geologische Unwägbarkeiten in einem durch Verwitterungsgestein geprägten Landstrich, die wenig geneigte Linienführung mit Kreuzungen von Fließgewässern (Sieg, Wied, Lahn....) und entsprechenden Tunnellängen - es wird wieder eine gigantische Steuergeldverbrennung, und 2078 heißt es dann "Die Tunneleröffnung muß zum 47. mal verschoben werden und wird jetzt definitiv :lol: mit Ende 2125 angegeben!".

Wie auch immer - warum keine Neubautrasse via Belgien und Frankreich? Warum durch die hügeligen Mittelgebirgsregionen?
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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