Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Rolf
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Rolf » Mi 12. Mär 2014, 23:46

Bernhard Reifenberg hat geschrieben:Das Ganze läuft irgendwie schon wieder aus dem Ruder ...

Nun ja, die Diskussion hat sich in der Tat etwas weiter entwickelt in Richtung Fahrkomfort der neuen Züge auf der Eifelstrecke. Ich denke, das ist aber noch tolerabel, und dann sollte es in dem Zusammenhang erlaubt sein, das alles im überregionalen und historischen Kontext zu beleuchten. Und durch die Vergleiche und Erfahrungen bedingt kommt man nun mal zu einer etwas skeptischen Einstellung. Aber es ist sicher richtig, erst mal abzuwarten, wie sich die neuen Züge dann tatsächlich präsentieren werden.

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KPO9
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon KPO9 » Fr 21. Mär 2014, 22:15

Damit ist wohl die Baustelle aus dem Rennen.....

Zitat:

Presseinformation
Kölner Dieselnetz: Neue Züge kommen in der zweiten Jahreshälfte zum Einsatz

Hersteller Alstom arbeitet mit Hochdruck daran, Mängel zu beheben

Zitatende

Kpo9
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212 096
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon 212 096 » Sa 22. Mär 2014, 12:38

212 096 hat geschrieben:Die Wahrheit ist manchmal grausam.....deswegen verpackt man es einfach in einer netten Geschichte. :mrgreen: Ist doch toll, oder? :roll:

30 Züge sollten jetzt fahren.... :lol: :lol: :lol: :lol: sorry, ich kann gerade vor lachen nicht mehr......



AH, jetzt "isset" endlich raus! Also Entwarnung an Alle, die noch Talente fotografieren möchten. :-)

Danke für Deinen Link.

Horst Heinrich
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 24. Mär 2014, 10:39

Alle Kritiker des neuen "Plastikgerümpels" auf den Schienen bekommen nun gewissermaßen von höchster Stelle recht:
Selbst die Aufsichtsbehörden sprechen nun von erheblichen Mängeln - und der Start der neuen Triebwagen verzögert sich erneut - jetzt ist von Dezember 2014 die Rede...
http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 06,3827851
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Talent78
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Talent78 » Mo 24. Mär 2014, 12:52

Horst Heinrich hat geschrieben:Alle Kritiker des neuen "Plastikgerümpels" auf den Schienen bekommen nun gewissermaßen von höchster Stelle recht:
Selbst die Aufsichtsbehörden sprechen nun von erheblichen Mängeln - und der Start der neuen Triebwagen verzögert sich erneut - jetzt ist von Dezember 2014 die Rede...
http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 06,3827851

So gerne ich selbst auch die Vorteile "guter alter" Bundesbahn-Kontruktionen hervorhebe, haben doch aus meiner Sicht die attestierten Mängel (Software, Türsteuerung etc.) allenfalls teilweise und sehr sehr indirekt mit der Tatsache zu tun, dass die Fahrzeuge im "Plastik-Stil" gebaut werden. Vielmehr hat das nun ja hinlänglich bekannte Spiel aus Vergabe, Fahrzeugbestellung und verzögerter Inbetriebnahme etwas damit zu tun, dass die Politik (bzw. die Zweckverbände als deren "Umsetzer")
1.) ständig neue Fahrzeugkonstruktionen (Neubauten) wünschen, die
2.) auf eine (gegenüber der Lebenserwartung zu Bundesbahnzeiten) deutlich kürzere Lebensdauer (aller Komponenten, nicht nur die "sichtbaren" aus Plastik) sowie
3.) günstigere Betriebskosten ausgelegt sind, wobei gleichzeitig
4.) die technischen Anforderungen an die Fahrzeuge aber in der Summe aller Funktionen ungleich höher sind als zu Bundesbahnzeiten (nicht hinsichtlich der universellen Einsetzbarkeit, sondern hinsichtlich EDV, Diagnose, Sicherheit, Fahrgastinfo, aber auch Energie, Motorleistung auf engstem Raum usw.) und zudem noch
5.) innerhalb kürzerer Zeiträume und
6.) ohne jegliche "echte" Testphase (z.B. mittels Vorserienfahrzeugen o.ä.) sowie
7.) ohne eine branchenübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Herstellerunternehmen (die schlicht nicht mehr existieren wie zu Bundesbahnzeiten) in "Baulosen" o.ä.
auf die Schienen gestellt werden sollen.

Ich halte es außerdem nicht für zweckmäßig, nun ausgerechnet den "V0lksfreund" als Advokaten ernsthafter, konstruktiver und von Fachwissen geprägter Eisenbahnkritik zu zitieren. Das wirkt schon ein bisschen, wie den Berg zum Propheten zu schieben.

Anstatt die moderne Eisenbahn, die immerhin auch zusätzlichen Regionalverkehr (in nachfrageschwächeren Zeiten), der nicht auf Gummireifen fährt, überhaupt erst möglich macht, pauschal als "Plastikgerümpel" zu verurteilen, fände ich es viel interessanter darüber nachzudenken, ob die Zweckverbände endlich sinnvolle (nicht idealistische/bundesbahnromantische) Konsequenzen aus dem bekannten Ritual von Kostendruck, Zusagen, Nichteinhalten und Verzögerungen ziehen sollten und werden.
Es geht gerade in diesem Beispiel der LINTe "54" und "81" nicht um eine Kleinigkeit, sondern um 56 ("Kölner Dieselnetz") + 63 ("vlexx"-Netz ("Dieselnetz Südwest")) = 119 Fahrzeuge. Wie bis Dezember 2014 (die einen schon wie selbstverständlich erheblich verzögert, die anderen theorethisch noch im Plan) alle diese Fahrzeuge in Betrieb gehen sollen, steht nicht nur in den Sternen, es erscheint schlicht unmöglich. Der sich so langsam abzeichnende "Fahrzeugstau" nicht rechtzeitig in Betrieb gehender Fahrzeuge ist erheblich. Dass die "DB" als ebenfalls als Unternehmen/Konzern auf Kosteneffizienz getrimmte AG wenig Interesse daran hat, entweder für neue private Betreiber "die Kohlen aus dem Feuer zu holen" oder jedenfalls die mangelnde Qualität der Hersteller "auszubaden" und mittels Altfahrzeugen eine adäquate "Ersatzqualität" anzubieten, entspricht ihrer politisch gewollten Ausrichtung und liegt daher auf der Hand.
Damit geht es um Fragen, die weitergehen, als die, ob zuviel Plastik verbaut wird und ob die Fahrzeuge hier oder da ein wenig komfortabler sein sollten. Ich finde, letztendlich geht es darum, ob eigentlich in dem gesetzlichen Prozedere (bzw. "Ritual" s.o.) wie es sich nun einmal darstellt wirklich verantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird und ob wirklich in diesem System Geld gespart wird (Geld, dass die "gute alte" Bundesbahn unverantwortlich ausgegeben hat/hätte?!), oder welche (Folge-) Kosten eigentlich entstehen und ob nicht der Wettbewerb auf der Schiene in solchen Fällen auf dem Rücken der Fahrgäste und der Bahnangestellten ausgetragen wird.

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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Dieselpower » Mo 24. Mär 2014, 15:25

Dann fangen wir doch mal andersrum an:
Warum schon wieder eine neue LINT-Generation, wenn selbst jüngere Exemplare der ersten noch immer nicht über immer neue Kinderkrankheiten hinweg sind, derweil die ersten nach gut 10 Jahren bereits Verschleißerscheinungen zeigen, und schon in dem Zustand sind (wenn nicht sogar bereits schlimmer), wie die verhaßten Talente in der Eifel??? Immerhin hat Alstom Wort behalten, und zahlreiche konstruktive Mängel der ersten Generation konsequent übernommen: "Wir setzen auf Bewährtes!".
Und immer wieder neues Gerümpel erzwingt immer neue Zulassungen - warum wundert man sich also noch?

Fahrt doch mal alle, die Ihr die schrägen Auswüchse der neuen Bahn verteidigt, im September nach Berlin, schaut sie Euch an, die steuergelderverfressenden Schlipsträger aus Politik, Industrie und woher sie alle kommen, seht, wie sie sich vor der nächsten Generation Plastikschrott (ich bleibe dabei, dieser Ausdruck umrahmt die übrigen Mängel sehr passend) vollgestopft mit Elektronik, die kein Mensch braucht (und die schon in drei Jahren total überholt ist und die Störanfälligkeit erst vervielfacht), zuprosten und sich selbst feiern. Dann zwängt Euch in ihre neuesten Gruselkreationen und stellt Euch vor, damit eine Stunde im Berufsverkehr fahren zu müssen - mit etwas Glück ohne tür- oder softwarestörungsbedingter Probleme im Sommer bei ausgefallener Klimaanlage und ohne Notlüftungsmöglichkeit.

Ich werde mir diesen selbstherrlichen Bahnzirkus namens InnoTrans nicht mehr antun...

Was die oftmals schrägen Wünsche der Besteller angeht, da legen wir besser das Mäntelchen des Schweigens drüber. Meistens sind ja mehrere an neuen Fahrzeugbeschaffungen beteiligt. Und seht, wie sehr ihnen ihre Aufgabe wichtig ist, mit öffentlichen Geldern für eine brauchbare Mobilität zu sorgen: Überall sorgt die Hamsterbacke für Ärger, der Ärger wird von den Bestellern abgestritten, der Krempel schöngeredet oder mit Blendernippes vollgestopft, und der nächste ZV bestellt den Mist auch noch unverändert weiter...nach 10 oder 15 Jahren sollen es dann bitte wieder neue Plastikbähnchen sein, die alten kommen in den gelben Sack, denn woanders weiterverwenden geht nicht, weil innerhalb der gleichen BR nicht kompatibel...hört mir doch auf!

Für mich ist die ganze Bahnreform für die Füße. Außer mehr Nahverkehr hat sie doch nur Nachteile gebracht, und dieser "Vorteil" wurde auch noch mit einem weiteren Nachteil teuer erkauft: dem totalen Rückzug des Fernverkehrs auf wenige Magistralen, die Abkoppelung ganzer prosperierender Regionen vom Schnellverkehr! Ganz toll gemacht! :roll:
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Dieselpower » Di 25. Mär 2014, 10:35

Big Steve hat geschrieben:Ausfälle der Klimaanlage oder voll aufgedrehte Heizungen im Sommer sind im Talent keine Seltenheit. Trittstufen die mit der Brechstange versucht werden wieder einzufahren, damit der Zug fahren kann - mit dem Talent alles schon passiert. Mit aufgespanntem Regenschirm im Talent nach Köln fahren, weil es überall von der Decke tropft. Plötzlich herabfallende Lampenverkleidungen... kennen wir alles schon.

Im VT 628 täglich enormer Stau an den Türen, vorallem an den beiden Türen schmalen Türen. Fluchende Menschen die sich die Treppen hoch schleppen oder die versuchen ihr Fahrrad einzuladen ohne sich dabei irgendwo zu verletzen. Ein Zug der unheimlich oft komplett nach "Klo" richt und verzweifelte Pendler die ihre Anschlüße schwinden sehen weil das Teil nicht in der Lage ist eine kleine Verspätung aufzuholen.

Und dennoch sind die Pendler mit diesen Zügen zufriedener als mit den Material was davor fuhr - n-Wagen. Man erinnere sich an das enorme Theater im Kölner Dieselnetz als man einen Fahrzeugnotstand mit n-Wagen ausgeglichen hat. Unzufriedene Fahrgäste, enormes Medienecho... - einzig der Bahnfan hatte seinen Spaß.

Immer öfter hört man gemecker, weil die aktuell noch fahrenden Züge keine Steckdosen haben für Smartphone oder Laptop.

Die Kunden wollen immer mehr Technik und auf die Kunden kommt es an - nicht auf den Bahnfan der immer noch der alten Bundesbahn hinterhertrauert.

Man braucht auch nicht in jeder Region einen Fernverkehr. Wenn kein Mensch den Zug nutzt, warum soll er dann dort fahren? Mehr Nahverkehr, ja klar - dieser wird ja auch von den Fahrgästen genutzt.



Na gut, Du hast mit allem recht... :roll:
Seltsam nur, daß die Kunden in der Eifel so anders sind, als auf der anderen Rheinseite, hier erfreut sich der n-Wagen-Verstärker als Alternative zur Hamsterbacke wachsender Beliebtheit, die nicht selten wieder mal als "Miniaturversion" wegen irgendwelcher technischer Unzulänglichkeiten (nach mittlerweile über einem Jahr Betrieb) daherkommt, das beste, was ich bisher sah, war EIN dreiteiliger als RE in der HVZ. Ach ja, stimmt ja, die mögen das alte Material, weil sie das neue schon kennen. Sorry, das hab ich in der Wertung vergessen. :wink:

Naja, und wenn Ihr in der Eifel Tropfen von der Decke, defekte Klimaanlagen und Toiletten, Klo-Mief & Co. gewöhnt seid, wird der LINT Euch gefallen, das kann der auch alles...und Bahnfan werde ich hierzulande immer weniger - inzwischen muß ich fast schon sagen: "LEIDER" darf ich mich beruflich damit herumschlagen, bis zu 12 Stunden am Tag die neuesten Fehlerkreationen entdecken und beheben (bzw. es versuchen). Der LINT überrascht mich immer wieder mit Fehlermeldungen, die ich noch nie zuvor gelesen habe, wie "Zugkonfiguration inkonsistent" oder schaltet die Leistung ab, weil das "Anfahrmoment zu gering" ist. Hä? Das Ding beschleunigt zu wenig, also wird die Leistung abgeschaltet??? Macht das Sinn?

Ich bemängele doch gar nicht, daß neue Fahrzeuge kommen, ich bemängele die Ausführung. Der Support für Windows XP läuft im April aus, was hat ein Windows-Rechner mit einer Lebenserwartung von 5-10 Jahren in einem millionenschweren Zug zu suchen? Nun gut, dank der "guten" Verarbeitung und dem alljährlichen Ruf nach immer neuen, "tollen" Zügen sowie die hohe "Recyclingquote" (Ein Schlagwort auf jedem Fahrzeugportrait bei der Innotrans) werden die Dinger ja eh nicht mehr viel älter...aber je mehr Schnickschnack eingebaut wird, umso mehr Fehlerquellen hat man. Warum besinnt man sich nicht einfach auf das Wesentliche, und bietet dem Pendler einen bequemen Sitz und vielleicht auch ein dimmbares Licht am Platz an? Ich hasse es, morgens um 5 in einem Fahrgastraum sitzen zu müssen, der heller als ein OP strahlt! Dazu eine "echte" Barrierefreiheit, die besteht aber aus durchgängigen Hochbahnsteigen und 90 cm Fußbodenhöhe und nicht einem niedrigen Einstieg und zehntausend Stufen und Stolperfallen über die Wagenlänge verteilt. Warum keine Türen, die man mechanisch mit pneumatischer Unterstützung öffnet? Beim Auto öffnet sich die Tür auch nicht auf Berührung eines Sensors. Und warum nicht eine robuste Fahrzeugelektronik, die auch bei ausgefallener Klimaanlage noch funktioniert, anstatt das ganze Ding lahmzulegen, und die nicht eine Viertelstunde zum Auf- und Abrüsten benötigt? Davon abgesehen bin ich selbst auch öfter Bahnkunde, und genieße jede Fahrt im n-Wagen bei gedämpftem Licht, 5 frei zugänglichen Toiletten über die ganze (treppenlose!!!) Zuglänge, ein zu öffnendes Fenster (Wann hast Du zum letzten mal die Nase im Fahrtwind gehabt? Ich weiß, ist nur was für Nostalgiker...) und fernab von jedweden nervigen Jaul-, Quietsch- oder Dröhngeräuschen des Antriebs!!! Aber beim 628 die Türen als Minuspunkt hervorzuheben, sagt mir, daß Du die Türen im neuen LINT bzw. die Aufteilung noch nicht bewundert hast. Oh ja, und "Treppen hochschleppen" - ist ja auch wahnsinnig hoch, so eine 628-Treppe, mindestens 90 Stufen! Okay, der ist nicht so wirklich super für die HVZ, aber laß dich überraschen, was der LINT bringt!

Ach, und wer ständig von daheim mit leerem Akku losfährt, der schreit natürlich nach Steckdosen, weil er auch die 15, 30, 60 oder gar 90 Minuten im Zug permanent online sein muß - ich frage mich ernsthaft, wie wir 180 Jahre Bahn bis heute überlebt haben ohne den ganzen Schmonzes (Und die permanente Bestrahlung aus 90 Handies pro Fahrgastraum - Sind übrigens 100 Watt Mikrowellenleistung im Faraday'schen Käfig - ist sicher sehr gesund!)...und mir persönlich waren die D- und IR-Züge, mit denen man direkt ans Ziel kam, wesentlich wichtiger als Wickeltisch und Steckdosen, und ich hatte schon vor 20 Jahren einen Discman, der 5 Stunden Fahrt ohne Ladung aushielt. Mal ehrlich, wenn der Kunde ein wirklich komfortables Fahrzeug erhält, das zuverlässig und pünktlich ihn bei jedem Wetter täglich von A nach B bringt (evtl. sogar ohne permanentes Dröhnen und Ruckeln von Motor und Genickschuß-Getriebe), wird er die blödsinnigen Steckdosen kaum vermissen.

Und nicht jede Region braucht Fernverkehr? Das ist eine kühne Behauptung, die du im Raum Cochem/Trier Ende des Jahres mal auf dem Marktplatz ausrufen kannst...da wird der nächste Fleck auf der FV-Landkarte weiß! Du wirst sicher viel Beifall erhalten. Von gewissen Urlaubsregionen fangen wir lieber gar nicht an. Wer fährt schon mit der Bahn in den Schwarzwald, wenn das einstige IR- oder FD-Ziel heute nur noch mit 3 riskanten NV-Umstiegen möglich ist? Der flächendeckende Fernverkehr ist ein Opfer der Bahnreform und ihrer Zuständigkeiten geworden, das eine lebt von Subventionen, das andere muß eigenverantwortlich wirtschaften, ist aber zu Kompromißlösungen (Bezuschussung durchs Land) nicht bereit. Ist ja auch viel schöner, 200 km auf Nahverkehrs-Sitzbrettern zurückzulegen, und dabei alle 10 km anzuhalten, als durchgängig in einem Fernzug zu sitzen....

Aber auch da werden wieder Gegenargumente kommen, ich weiß es. Nur zu, immer herbei! Und viel Spaß mit dem neuen Gerümpel, wenn es denn mal irgendwann kommt - ich muß zum Glück nur selten in diese Ecke, und zur Not hab ich ja auch noch zwei- und vierrädrige Alternativen...aber ich fürchte, bald kommt man ohne das Billiggerümpel nirgendwo mehr hin... :(
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Dieselpower » Di 25. Mär 2014, 13:15

Ich wollte das ganze ja auch nicht auf eine provokante Ebene hieven, nur die Euphorie etwas bremsen und die Vorschußlorbeeren ein wenig relativieren...

An der Sieg (und im Werdenfelser Land und in Mittelhessen....) hat man sich auch auf die 442 gefreut, weil das blaue vom Himmel versprochen wurde ("Keine Verspätungen mehr, modern, hell, freundlich, Steckdosen, Wickeltische blablabla....") - doch schon nach den ersten drei Werktagen hatten die Pendler die Schnauze voll...In Niedersachsen löste der LINT flächendeckend großzügige RE-Fahrzeuge ab, die Proteste verhallten ungehört...

Und ich möchte noch einmal auf die idiotische Türaufteilung beim neuen LINT zu sprechen kommen. Beim 644 waren die Türen in fast gleichen Abständen eingebaut - sechs an der Zahl...die hat der 620 bei erheblich größerer Länge auch, aber schau mal, wie die angeordnet sind - für S-Bahn-Verkehr so ungeeignet wie der 442 für einen stark ausgelasteten RE. Das sieht doch ein Blinder, daß das Chaos geben wird!

Wie Horst Heinrich schon schrieb, man freut sich nur auf "das neue" - die Ernüchterung wird kommen, allein schon durch die Enge, der LINT ist mit 2,75 m der schmalbrüstigste Triebwagen, der derzeit auf Normalspur unterwegs ist. 70 mm weniger als der Talent1! In meinen Augen einer der Hauptkritikpunkte! Glaubt mir, Ihr werdet bitter enttäuscht sein. Die Realität holt den stets nach "neuem" brüllenden Bahnkunden immer wieder ein...

Und auch in der Eifel werden die Pendler irgendwann mal sagen: Das kennen wir schon alles, nur nicht ganz so schlimm...

Ich wünschte, es wäre nicht so, aber mit meinen Prophezeiungen in solchen Dingen lag ich bisher nachweislich (s. anderes Forum) leider immer richtig...ich wäre froh, wenn ich mich mal irren würde, und wirklich endlich mal wieder ein gutes neues Fahrzeug kommt - aber das ist in unserer Zeit vermutlich nicht mehr finanzierbar...
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon TroubadixRhenus » Di 25. Mär 2014, 19:15

Ein kleiner Bericht aus erster (zuverlässiger!) Hand sei eingeworfen. Es trug sich irgendwann Anno 2012 in Siegburg zu:

Trosender Spontanapplaus auf Bahnsteig 1 des Bahnhofs "Siegburg/Bonn". Was war passiert? Nö! Kein Aktionskünstler, kein Flashmob. Die RE9 fuhr (nach Hamsterbackenchaos und (damals) komplettem Abzug der Dosto's ein - mit braver 111er vorneweg und n-Wagen am Haken! :lol: :lol: :lol:

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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Dieselpower » Di 25. Mär 2014, 19:20

Der läuft ja nun - Gott sei Dank - wieder planmäßig an der Sieg. Ich habe ihn mir im Fahrplan markiert....
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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Rolf » Mi 26. Mär 2014, 06:47

Ich verstehe nicht, dass die neuen Triebwagen alle so schrecklich harte Sitze haben. Ich verstehe ja, dass die Einrichtung heutzutage (leider) besonders vandalismusresistent sein soll, was dann wohl zu den harten, aber stabilen Sitzen führt. Die Dostos sind allerdings auch relativ neu und dürften ähnlich vandalismusresistent ausgestattet sein, haben aber trotzdem bequeme Sitze. Und die 628er sowieso. Warum geht das nicht bei den neuen Triebwagen?

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Re: Baustelle Hohenzollernbrücke verhindert Einsatz neuer Züge

Beitragvon Dieselpower » Mi 26. Mär 2014, 09:40

Weil bequeme Sitze einfach voluminöser sind, da bekommt man nicht so viele in die kleine Blechbüchse hineingestopft. Ich denke, wenn man in den LINT die Sitze aus dem 628 in 2+2-Teilung hineinzimmern würde, fiele der Gang in der Mitte ersatzlos weg... :lol:

Blöde, flache, kurze, enge Sitzbretter nehmen einfach weniger Platz weg, die kann man enger zusammenquetschen, dafür wird dann im nächsten Jahr noch mal saftig an der Fahrkarten-Preisschraube gedreht...weniger Komfort für noch mehr Geld... :wink:

Inoffiziellen Stellen zufolge arbeitet man ja bereits an einer Lösung, wie man noch mehr Sitze in noch kleinere Züge reinbekommt. Ein Fahrverbot für wohlbeleibte Reisende in der HVZ soll ebenso im Gespräch sein, wie eine hydraulische "Reisendenkomprimierung": der Reisende nimmt im aufgeklappten Sitz Platz, drückt eine Taste in der Armlehne, und wird dann platzsparend in den Vordersitz gedrückt. Mit letzterer Variante ist man jedoch noch nicht sehr glücklich, man zieht eher einen pneumatischen Antrieb in Erwägung, denn Druckluft ist ja eh vorhanden... :lol:
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