Alle Jahre wieder ...

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Dieselpower
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Dieselpower » Di 17. Jun 2014, 16:11

Rolf hat geschrieben:Fahrradfahrer machen aber keinen unnötigen Krach und können mit ihren 0,2-PS-Gefährten nicht so viel Unheil anrichten wie ein Irrer auf einem 150-PS-Geschoss. Dass Fahrradfahrer bisweilen aber auch Mist bauen, stimmt allerdings. Und Autofahrer, und Fußgänger ... die Motorradfahrer sind allerdings die Schlimmsten, gerade auch gemessen an ihrer Zahl.


Nun ja, als primäre Unfallquelle sicher nicht, allerdings hat so mancher blöde Radler andere Verkehrsteilnehmer zu waghalsigen Ausweichmanövern etc. verleitet, und nicht nur ich, der selbst als zivilisierter Motorradfahrer unterwegs ist, fühle mich durch auf Bundesstraßen, Autobahnen und entgegen der Einbahnstraßen eiernder Radler häufiger belästigt und (primär oder sekundär) gefährdet, als durch Motorradfahrer, obwohl ich da auch dem einen oder anderen nur kopfschüttelnd hinterher schauen kann, egal ob ich auf zwei oder vier Rädern unterwegs bin. Am Ende ist nämlich immer der motorisierte Straßenverkehrsteilnehmer der Dumme, weil er auf den "armen Radler" keine Rücksicht genommen hat.

Ich durfte heute auf 20 km Heimweg auch wieder zwei Chaoten und drei Supersportler in glänzend bunten Latexklamotten überholen, die der Meinung waren, daß Verkehrsregeln nicht für sie gelten, angefangen vom Nebeneinanderfahren über Verkehrssicherheit des Rades bis zur totalen Ignoranz des Verbotsschildes. Wenn solche Schwachmaten auf einer gerade eben ausreichend breiten Straße mit starkem Gegenverkehr (Ich rede von der L 300 zwischen Mogendorf und Herschbach mit starkem Schwerverkehr) meinen, sie hätten die Fahrbahn gepachtet, und tauchen bei einer zivilisierten (und erlaubten) Geschwindigkeit von 80-90 km/h plötzlich in einer Kurve auf, was macht man dann? Vollbremsung? In die Leitplanke? Oder doch lieber auf die Gegenfahrbahn in der Hoffnung, daß nix kommt? Oder "umsemmeln"? Hunderte km mehr oder weniger gut ausgebauter Nebenstraßen, die ebenso zum Ziel führen, und diese Deppen radeln auf einer Schnellstraße...vom nicht genutzten Radweg neben der Straße (bei den "Supersportlern" wie selbstverständlich) ganz zu schweigen.

Aber ich glaube, da wird sich an unseren konträren Ansichten auch nach 17 Seiten Pingpong nicht viel ändern.
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Horst Heinrich » Di 17. Jun 2014, 17:59

Dieselpower hat geschrieben:in glänzend bunten Latexklamotten ...Herschbach...

Da kommen mir sogleich Assoziationen.
Wohnt hier nicht ein Mann, der jüngst wieder Bekanntschaft mit der deutschen Tugendmafia gemacht hat?
Vielleicht verströmt der zurückgetretene Ortsbürgermeister selbst auf Vorbeifahrende so eine ätzende Aura, daß man hier so schnell als möglich vorbei zu radeln trachtet.
Nicht daß man noch mit seinem prostatamassierenden schmalen Sattel in Phallusform Verdacht erregt...

Da fällt mir ein: Das ist ja ein Eisenbahnforum.
Also mit dem zwischen den A....backen eingeklemmten Fahrradsattel kann man auch meinetwegen Bahnfahren - Hauptsache das dazugehörige Rad bleibt zuhause.
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Rolf » Mi 18. Jun 2014, 17:17

Dieselpower hat geschrieben:... Ich persönlich bin kein Freund von solchen Happenings, ist es für die Anwohner doch oft mit Unannehmlichkeiten wie riesigen Umwegen und überfüllten Zügen verbunden. Aber jeder wie er mag. Mich nervt es einfach, wenn man das Siegtal nur queren (!) will, und dafür erst mal 6 zwecklose Stichfahrten von parallelführenden Straßen bis ran ans Siegtal und zurück machen darf. Ob Wied, Sieg, Sayntal...irgendwo ist dauernd so eine Verkehrsbehinderung im Gange, wenn man mal seinen wohlverdienten Wochenendausflug machen will. Nach Mc Murphy immer genau da, wo man gerade hin möchte/muß.

Dann schlage ich als Kompensation für so viel Ungemach doch einen radlerfreien Tag an der Mosel vor. Am besten am Anfang der Saison, dann können sich die Motorradfahrer mal so richtig austoben und müssen nicht auf die blöden Fahrradfahrer Rücksicht nehmen. Und auf diese blöden Verkehrsschilder, die an den Straßen rumstehen. Ich verspreche auch, garantiert einen weiten Bogen um die Veranstaltung zu machen und mich nicht zu beklagen, dass die Motorradfahrer einen Tag das Tal beherrschen.

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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Dieselpower » Mi 18. Jun 2014, 17:45

Die beschriebene Erfahrung war bei einem Verwandtenbesuch - und zwar mit dem Auto. Ich vergaß dazu zu schreiben, daß wir danach ganz bewußt erst eine Stunde nach Ende des Happenings den Heimweg antraten, und die Radler - immer noch in Heerscharen vorhanden - nach wie vor der Meinung waren, die Chefs auf der Siegtalstraße zu sein, so zeternd und fluchend sie jedem PKW begegneten...Schön, daß Du in einer Gegend wohnst, die offenbar von solchen "Happenings" verschont bleibt, oder aber zahlreiche verkehrliche Alternativen bietet, hier draußen gibt es eben keine U- oder Stadtbahn oder auf 3 km drei Dutzend parallel verlaufende Straßen.

Irgendwie war der letzte Beitrag von ungewöhnlich geringer Sachlichkeit....
Interessant hierzu just ein Artikel in der heutigen Zeitung bezüglich des "Fahrradhelm-Urteils" vom BGH, wobei in einem Infokasten darauf hingewiesen wurde, daß allein 23% der Fahrradunfälle auf Radler zurückzuführen sind, die nur "unerlaubt" unterwegs sind, also z.B. gegen die Einbahnstraße oder auf Verbotswegen. Das ließ mich weiter nach Zahlen forschen - Eine Studie des Verkehrssicherheitsrates DVR belegt hier ("unerlaubt") übrigens 26%, sowie weitere 26% Fehlverhalten der Radler, 10% Verkehrstüchtigkeit sowie 23% Verstöße gegen generelle Verkehrsregeln...bleiben satte 15% für die Schuld des anderen Teilnehmers...abzüglich einiger kleiner sonstiger Vergehen, die separat aufgeführt werden...Quelle? Bitteschön: https://www.dvr.de/betriebe_bg/kampagne ... n82_22.htm

Und bevor hier weiter subjektive Schlagabtausche stattfinden, bitte ich einen Blick in die Unfallstatistiken zu werfen, welche vom statistischen Bundesamt Schwarz auf Weiß nachzulesen sind:
https://www.destatis.de/DE/Publikatione ... cationFile
Bitte hierbei besonderes Augenmerk auf die Verursacherzahlen richten (Ab Seite 9).

Mir geht es nicht um Rechthaberei, aber es sollten schon objektive Eindrücke bzw. belegte Zahlen herbei, wenn hier schon ständig auf "den" Motorradfahrern (Bin ich dank des Wetters und der Arbeit eh nur an ca, 10 Tagen jährlich, nur mal so nebenbei!) herumgehackt wird....Und was "die" Radfahrer anbelangt, auch da gibt es welche, die sich korrekt verhalten, keinem auf den Keks gehen oder andere gefährden. Leider ist das Verhältnis zu den Motorradfahrern jedoch reziprok. Hier sind nur die wenigsten selbst Unfallverursacher...auch das ist belegt (s.o.)
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Rolf » Mi 18. Jun 2014, 19:37

Dieselpower hat geschrieben:Irgendwie war der letzte Beitrag von ungewöhnlich geringer Sachlichkeit....

Er sollte er auch gar nicht sachlich sein :wink:

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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 18. Jun 2014, 21:08

Als Moppedfahrer mit 34 Jahren Fahrpraxis, aber auch als (ehemaliger) semiprofessioneller Mountainbiker finde ich im Verhalten beider Gruppen erschreckende Parallelen, deren Erklärungsansätze in den einschlägigen Vokabularen und Erhebungen der Verhaltenspsychologie bzw. der Gesellschaftswissenschaften schlechthin zu finden sind.

Ich beobachte generell einen Trend, den ich mal mit Konfliktsucht umschreiben möchte.
Jeder betreibt seine "Profession" bzw. seine Freizeitbeschäftigung mit dem (Hinter-) Gedanken der Allgemeingültigkeit und auch mit einer gehörigen Portion Narzißmus.
Man sucht regelrecht solche Veranstaltungen wie Happy Mosel oder auch Landstraßen aus, um sich in Szene zu setzen.
Ob mit einem 10.000 Euro-Bike oder 212-PS-Motorrad - es ist stets eine ähnliche Grundmotivation erkennbar:
Man will sehen und gesehen und auch ein Stück bewundert werden.

Das bringt automatisch Konflikte hervor, in der Regel mit Leuten, die "ihr Ding" mit gleicher Motivation betreiben - es ist das, was Hans Arndt mit dem treffenden Satz "Der Mensch, der seine eigenen Fehler an anderen erkennt, kennt kein Erbarmen" umschreibt.

Meine Touren -ob mit MTB oder Motorrad- führen stets durch die schönsten, aber abseits der stark genutzten Routen gelegenen Gegenden.
Oft sind das -mit einem vernünftigen Kartenwerk sorgsam "ausbaldowert"- Strecken mit Geheimtippcharakter.
So gut wie nie bin ich mit anderen Menschen in Konflikt geraten.
Man muß -ob beim Motorrad-oder Fahrradfahren- halt auch ein wenig kreativ sein und notfalls Massenansammlungen meiden

Und ehrlich gesagt - einmal im Jahr autofrei auf einer Bundesstraße unterwegs sein zu können.
Was soll das für einen besonderen Reiz haben, wenn das wirklich Schöne nebenan fast unbemerkt "liegen" bleibt?
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Dieselpower » Mi 18. Jun 2014, 22:28

Sehe ich genau so - daher meide ich in der Regel die einschlägigen Treffs und überfüllten Routen...
Ich habe ein Brot- und Butter-Motorrad (Also keinen wahnsinnigen PS-Boliden und auch kein glitzerndes Custom-Bike), das ich mir im Rahmen meiner Möglichkeiten "Schön" gemacht habe - übrigens immer noch mein erstes, und mit 58.000 km und 11 Jahren führt es alle zwei Jahre erneut noch zum verwunderten Augenreiben des TÜV-Menschen (Übrigens auch ein Unterschied...ich muß mein Fahrzeug alle zwei Jahre begutachten lassen, und jährlich Steuern und Versicherung bezahlen, während manche "Fahrräder" nicht mal über das Nötigste verfügen, und abseits der Radrennbahn oder abgesperrter Cross-Strecken eigentlich nix zu suchen hätten - aber lassen wir das jetzt!). Genau wie ich überlaufene Dampflokfeste meide, auch wenn ich den Anblick eines stolzen Stahlrosses immer wieder genieße - aber nicht mit -zigtausend sabbernden Chaoten drumherum. Dann lieber nur ab und zu, z.B. als Lotse, dann aber richtig mit anschließend schwarzem Gesicht.

Ich studiere vorher Karten, oder schalte meinen GPS-Recorder ein, und fahre einfach der Nase nach, um dann festzustellen: "Neee, die Route war jetzt nicht so toll!" (Also GPS-Track löschen!) oder "Wow, so eine tolle Strecke direkt vor der Haustür, und keine LKWs, Wohnmobile (oder Fahrräder... :mrgreen: ), die nerven. Die muß ich mir merken!" (Also GPS-Track speichern und Route daheim am PC nachvollziehen und ggf. verfeinern!). Allerdings muß ich zugeben, daß ich aktuell dabei bin, mein MTB zu verkaufen, obwohl es allen Komfort aufweist, von der Vollfederung über den Alurahmen bis hin zur hydraulischen Scheibenbremse V+H. Und - ja! Es ist dank zugekaufter Ausrüstung StVZO-konform!!! :twisted:
Aber mir macht halt das Motorradfahren mehr Spaß, obwohl meine Figur andersrum besser bedient wäre. Nun ja, nobody's perfect!

Ach ja, soeben auf zwei Rädern von einem Geburtstag bei St. Katharinen zurückgekehrt muß ich sagen: Ich brauche gar kein Happening (nennen wir es fiktiv "MotoMosel" oder "RheinSiegTT"), eine einfache Fußball-WM und das richtige Timing sorgen auch für ungetrübten Spaß am (zügigen aber bedachten und touristisch orientierten) Fahren. Es war herrlich leer im Wiedtal - und eine streckenweise frisch sanierte Teerdecke (Erstaunlich - hier in RLP!) sorgte für gemäßigtes Tempo.
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Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Rolf » Do 19. Jun 2014, 10:59

Ob man die autofreien (und motorradfreien) Tage gut findet oder nicht, kann ja jeder für sich entscheiden. Sie werden jedenfalls in beachtlichem Umfang "angenommen", ohne dass ich jemals das Gefühl hatte, dass diese Veranstaltungen überlaufen sind. Dass die Bahn kaum zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung hat, um den Andrang an diesen Tagen zu bewältigen, ist ja hinreichend geklärt. Was ich allerdings nicht verstehe, ist die Tatsache, dass die Bahn an solchen Tagen mit der an Sonn- und Feiertagen üblicherweise reduzierten Kapazität unterwegs ist, z. B. mit Einfach- statt Doppeltraktion, obwohl die Fahrzeuge für den Einsatz an Werktagen ja vorhanden sind und am Wochenende in den Depots stehen. Es mag ja sein, dass der Kompetenzwirrwarr zwischen Besteller und Anbieter eine adäquate Reaktion erschwert, aber das ist doch mit etwas gutem Willen kein unlösbares Problem. Sogar auf der Eifelstrecke hat das nach Jahren Frust funktioniert; da fährt man jetzt an den Sommerwochenenden mit voller Kapazität (statt in Einfachtraktion). Und schon ist das Problem gelöst. Warum kann der Besteller nicht für einen Sonntag im Jahr die volle Kapazität anfordern und dies bei der Ausschreibung gleich berücksichtigen? Ist das denn so schwer? Am Geld kann es ja nicht liegen. Während der Veranstaltung sind dann ja irgendwelche "Sonderzüge" unterwegs, die allerdings kaum jemand nutzt. Rausgeschmissenes Geld! Stattdessen würde ich die regulären Züge (darunter auch die Zubringer) maximal verstärken (Doppeltraktion statt Einfachtraktion), das bringt viel mehr.


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